SCHAUSPIEL VON ANDREW BOVELL DEUTSCH VON MARIA HARPNER UND ANATOL PREISSLER
Kein Satz wird zu viel, aber auch kein Wort zu wenig gesagt. Die jüngste Tochter zählt zu Beginn und am Ende des Stücks die Dinge auf, von denen sie sicher weiß, dass sie für sie wichtig sind. Wir lernen die sechsköpfige Familie Price kennen, die einem ans Herz wächst, weil es bei ihnen zugeht wie bei vielen Familien, die lachen und trauern, sich lieben, die sich streiten und versöhnen, aber natürlich einander auch viele ihrer Hoffnungen, Pläne und Erkenntnisse verschweigen. Und so ist am Ende des Jahres, durch das wir Eltern, Kinder und Geschwister begleiten, vieles nicht mehr so, wie es am Anfang war.
Sehr genau beobachtet zeigt Bovell, was Kinder und Eltern trennt und was sie zusammenhält – nie sentimental, sondern mit liebevoller Sachlichkeit und großer Präzision, wodurch der Text eine umso größere Bühnenwirksamkeit bekommt. »Dinge, die ich sicher weiß« ist ein wunderbares vielschichtiges Stück über starke Bindungen, harmonische Geborgenheit, Liebe, Verlust, ungelebte und verwirklichte Träume – über all das, was an existenzielle Erfahrungen rührt, die wohl jeder Mensch im Laufe seines Lebens macht.