
Wer vom 11. Juni bis 18. Juli während des 40-jährigen Jubiläums des Kissinger Sommers in die Kurstadt an der Saale reist oder dort Urlaub macht, kann nicht nur die großen Konzerte im wunderbaren Max-Littmann-Saal oder dort auch Soloabende mit berühmten Pianisten wie Igor Levit oder Grigory Sokolov genießen, sondern wird ebenso die „kleineren“ Juwelen der Kammermusik im stimmungsvollen Rossini-Saal schätzen.
Da treten etwa die hervorragende Geigerin Julia Fischer, die Cellistin MarieElisabeth Hecker mit dem Pianisten Martin Helmchen, das berühmte Streichquartett Qatuor Modigliani, Timothy Ridout, Viola, mit Frank Dupree, Klavier oder Lisa Batiashvili, Violine, mit Pianistin Nino Gvetadse und dem bekannten SchuhmannQuartett auf. Ein besonderes Augenmerk verdient der Nachmittag im Ludwig-I.-Saal in Bad Brückenau mit zwei Weltstars, dem Geiger Augustin Hadelich, dessen Karriere in Würzburg seinen Ausgang nahm, und seinem koreanischen Partner Seong-Jin Cho am Klavier. Beachtung findet sicher die Late Night mit Waltraud Maier und dem Pianisten Dmitry Yudin am Klavier; die berühmte Sängerin, hier aber Rezitatorin, liest Texte und Gedichte von Else Lasker-Schüler und Gad KaynarKissinger, wobei erinnert wird an die jüdische Geschichte der Kurstadt, an den Schwerpunkt des Festivals.
Auch bei der Opern- und Operetten-Gala mit dem Münchner Rundfunkorchester werden Melodien jüdischer Tonschöpfer erklingen. Am nächsten Tag aber wird dieses auch die ganze Stadt beim Symphonic Mob „für Musikenthusiasten jeglichen Alters“ beschallen. Das diesjährige Festival-Motto unterstreicht ebenso das Jewish Chamber Orchestra Munich unter Daniel Grossmann. Im Kurtheater gibt es durch das Berliner Ensemble eine szenische Aufführung von Texten Bertold Brechts mit der Musik von Hanns Eisler. Der Bariton Benjamin Appl erinnert im Kloster Maria Bildhausen zusammen mit seinem Akkordeon-Begleiter in verschiedenen Liedern an die Flucht jüdischer Künstler aus Deutschland.
Wie jedes Jahr findet wieder die anspruchsvolle Liederwerkstatt mit jungen Sängerinnen und Sängern statt. Jeden Samstag gibt es Stadtführungen „Auf jüdischen Spuren durch Bad Kissingen“. Auch die Jazz-Fans und die Chanson-Anhänger sind nicht vergessen; Dagmar Manzel, Katherine Mehrling oder Meret Becker mit einer Hommage an Barbara garantieren dabei Besonderes.
Natürlich ist auch für die Kinder Interessantes dabei, so der Auftritt der Puppenphilharmonie Berlin im Kurtheater. Kostenlos sind Konzerteinführungen im Grünen Saal, Prélude-Konzerte an verschiedenen Plätzen in der Stadt sowie ein Treffen mit Künstlern und dem Intendanten im Weißen Saal „Auf einen Kaffee mit …“. Für Auswärtige aber ist an den Wochenenden der zubuchbare Shuttle-Bus-Service von Würzburg nach Bad Kissingen und zurück ein echter Gewinn.




