Über „gute“ Bakterien, die das Immunsystem stärken. Im Gespräch mit Uschi Strohmeier

von Susanna Khoury (erschienen in Ausgabe 2017/18)

„Fructooligosaccharide und Inuline zählen zu den Präbiotika und sind natürliche Bestandteile von Lebensmitteln wie Getreide, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch“, betont Uschi Strohmeier.Der Darm hat an den Feiertagen viel zu schlucken und dann noch zu verdauen.

Nach Gans und Plätzchen sollte es ein Kontrastprogramm geben, um das Immunsystem für das neue Jahr gut aufzustellen.

Denn der Darm ist nicht nur Verdauungsorgan, hier sitzt die Immunabwehr, die nur mit einer gesunden Darmflora funktioniert.

Neben Ballaststoffen seien es vor allem Bakterien im Microbiom, die Krankheitserreger in Schach halten, hier vornehmlich die Milchsäurebakterien, weiß Ernährungsberaterin Uschi Strohmeier aus der Theater-Apotheke in Würzburg.

„Milchsäurebakterien (Lactobazillen) sind im Mund, im Magen-Darm-Trakt und in den weiblichen Geschlechtsorganen angesiedelt. Sie verhindern, dass Fremdkeime sich hier häuslich einrichten. Zu der Hauptgruppe der Lactobazillen zählen auch Bifidobakterien und Enterokokken, die für das Immunsystem von größter Bedeutung sind“, erklärt die Fachfrau das komplizierte Zusammenspiel im Darm.

Empfindlich gestört werde das Microbiom nicht nur durch schlechte Ernährungsgewohnheiten, sondern auch durch Medikamente (etwa Cortison, Antibiotika, oder Abführmittel), ebenso durch Stress und Infektionen, die man aus dem Ausland mitgebracht habe.

Die neueste Forschung setzt hier vor allem auf Probiotika (nicht krankheitserregende Bakterien, Bazillen und Hefen aus natürlichen Quellen und Nahrungsergänzungsmittel) und Präbiotika (nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die beispielsweise in Pflanzen vorkommen).

„Beide stärken die Darmwand und agieren gegen gesundheitsschädliche Keime“, so Strohmeier.

Die „guten“ Bakterien kommen auch in Milch, Joghurt, Kefir, oder milchsauer vergorenen Lebensmitteln wie Sauerkraut vor. Sie kommen dort an, wo sie gebraucht werden, im Dickdarm.

Verdauungsenzyme, Magen- und Gallensäure können ihnen nichts anhaben. Gesunde Ernährung ist eine einfache Möglichkeit, das Microbiom gut aufzustellen und für mögliche Angreifer immun zu machen.

Dabei rücke Folgendes in den Fokus, so die Vitalstoffberaterin: energiereiche, vollwertige Nahrung mit vielen Ballaststoffen, wenig Fett und Zucker, dafür viel pflanzliches Eiweiß. Wenig Fleisch, dafür mehr Fisch.

„Und alles gut Kauen, denn Verdauung beginne bereits im Mund“. Wer das beherzigt, bei dem klappt es dann auch mit der Immunabwehr!

Bildnachweis: Privat

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