Kloster Wechterswinkel fragt ab 18. Juli wie die Welt nach der Natur aussehen könnte

von as (erschienen in Ausgabe 02/2026)

Schon lange vor der Existenz des Menschen bestand in der Natur das Gesetz vom Fressen und Gefressen werden und vom unablässigen Kampf ums Überleben. Erst relativ spät in der Erdgeschichte trat der Mensch in diese Gesetzmäßigkeit ein und sicherte seine Existenz durch Einfügen in die Natur und dem gleichzeitigen Kampf gegen die Gefährdungen aus der Natur.

Bereits bevor es in der Bibel als Auftrag an den Menschen gerichtet wurde, begann der Mensch sich die Erde untertan zu machen. Technischer Fortschritt half ihm dabei die Erde als gefährlichen, ihn ständig in seiner Existenz gefährdenden Ort, Schritt für Schritt beherrschbarer zu machen. Der Mensch aber wird nur zu einem gewissen Grad, selbst bei ständiger technischer und medizinischer Entwicklung, der Erde Herr werden und braucht sie gleichzeitig.

Gefahr aus der Natur und Gefährdung der Natur durch den Menschen stehen heute einander gegenüber. Um weiter Überleben zu können, muss er die Natur nicht nur beherrschen, sondern sie auch erhalten. Die Künstlerin Ulrike Donié geht der doppeldeutigen Fragen nach, wie die Welt "nach der Natur" aussieht - als Abbild nach dieser oder als neue Lebensform nach deren Zerstörung.

So formt sie aus Polyethylen riesige Urtiere, die auch auf ihren Gemälden erscheinen Diese erobern Wände und Räume des Klosters Wechterswinkel, wo die Ausstellung unter eben diesem Titel "Nach der Natur" vom 18. Juli bis 18. Oktoren zu sehen sein wird.

Ulrike Donié wurde in Saarbrücken geboren, studierte von 1984-87 an der dortigen Werkhochschule, heute Kunstakademie. Seit 1991 ist sie freischaffende Künstlerin. 2008 war sie als Artist in residence in Nagoya, Japan. In den letzten Jahren machte sie mit ihren Installationen und Gesamtraumkonzeptionen aus Malerei und Objektkunst auf sich aufmerksam. So auch 2019 beim Pavillon du Centenaire, Esch sur Alzette, in Luxemburg. …

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung sind am 19. Juli und 27. September, jeweils um 14.30 Uhr angesetzt. Eine Familienführung ist für den 9. August ab 14.30 Uhr geplant. Am 5. August wird es auch für Kinder ab acht Jahren einen Workshop geben. 

Bildnachweis: Ulrike Donié

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