
Das vergangene Jahr war das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Wissenschaftler sprechen eine klare Sprache. Europa liegt ihren Untersuchungen und Beobachtungen zufolge nicht am Rande, sondern mitten im Zentrum der stärksten Veränderungen. Mit gravierenden Folgen: Der Kontinent erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt und ist der Erdteil mit der schnellsten Erwärmung, was zu extremen Wetterereignissen wie Rekordbränden und schmelzenden Gletschern führt.
Diese Feststellung lässt kein Abwarten oder gar Ignorieren mehr zu. Wollen wir die Auswirkungen des Klimawandels abschwächen, müssen wir handeln. Vor diesem Hintergrund kšnnte die neue Wanderausstellung des Bezirks Unterfranken nicht aktueller und dringlicher sein. Der doppeldeutig angelegte Titel "Geht Grad¡ so?" ist ihm zufolge eindeutig zu beantworten: Nein. Der Blick zurück zeigt, dass sich Menschen stets dem Klima anpassen mussten, wollten sie überleben. Er legt aber auch offen, dass der Mensch das Klima seit der Steinzeit beeinflusst. Mit Beginn der Industrialisierung stetig mehr.
In fünf Themenbereiche aufgeteilt beleuchtet und hinterfragt die Ausstellung im Würzburger Museum für Franken bis 15. November die Beziehung des Menschen zum Klima in Unterfranken, jeweils mit dem Blick auf die Urgeschichte und die Gegenwart. Der erste Bereich ist der "Beobachtung" gewidmet, denn bereits in der Jungsteinzeit beobachteten die Menschen die Natur und den Himmel genau, um daraus Schlüsse für den Alltag zu ziehen. Heute übernimmt dies der Deutsche Wetterdienst mit modernster Technik und auf Basis vieler wissenschaftlicher Messverfahren. Im Bereich "Verstehen" erfährt man, wie man sich früher Wetterphänomene erklärte und was man heute aus alten Funden oder Proben wie Eisbohrkernen lesen kann.
Der Aspekt der Beeinflussung des Klimas durch den Menschen ist Schwerpunkt des dritten Themenbereiches. Er verknüpft die Nutzung fossiler Energieträger mit der Entwicklung der durchschnittlichen globalen Temperatur und zieht Schlussfolgerungen. Wie sich auf die negative Entwicklung reagieren lässt und Schlussfolgerungen für das Leben abzuleiten sind, thematisiert der vierte Ausstellungsbereich und gibt Handlungsempfehlungen. Der fünfte und letzte Schwerpunkt blickt in die Zukunft und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Vorbeugende Maßnahmen zum Klimaschutz sollen helfen, die Treibhausgase im Vorhinein bereits zu verringern oder gar zu unterbinden.
In allen fünf Bereichen bietet die Ausstellung die Möglichkeit, das Klima in Unterfranken interaktiv zu entdecken und gibt viel Raum zum Experimentieren und Austauschen. Darüber hinaus macht ein umfangreiches Begleitprogramm es möglich, die Ausstellung im Museum für Franken vielseitig zu erleben.




