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Auf zu neuen Ufern! So lautet der Schlachtruf für die Spielzeit 2026/27 am Mainfranken Theater Würzburg mit dem neuen Kapitän an Bord, dem Intendanten Dr. Daniel Morgenroth und seinen wichtigen Steuerleuten, dem Generalmusikdirektor Mark Rohde, unterstützt von Operndirektor Andreas Rosar und Schauspieldirektor Ingo Putz und von der Steuerfrau Ballettdirektorin Dominique Dumais; natürlich hofft man, dass die Reparaturarbeiten am Theaterschiff, geleitet von Geschäftsführer Dirk Terwey, endlich wieder in Gang kommen.
In See sticht das Theaterschiff mit zwei Konzerten, mit einem Galakonzert am 26. September in der Tauberphilharmonie Weikersheim zur Finalrunde des 13. Europäischen Gesangswettbewerbs Debut und am 1./ 2. Oktober mit Bruckners 5. Sinfonie in der Hochschule für Musik.
Anker los heißt es für das Schauspiel am 10. Oktober gleich mit einer Uraufführung im Kleinen Haus, nämlich der Adaption von Leonhard Franks Würzburg-Roman „Von drei Millionen drei“ in der Regie von Ingo Putz. Dies entspricht dem Anliegen des neuen Intendanten, die Stadtgesellschaft stärker einzubinden. So wird auch der Leonhard-Frank- Preis, dotiert mit einem Preisgeld von 15 000 Euro und verbunden mit einer Uraufführung, im Abstand von zwei Jahren neu ausgeschrieben (Einsendeschluss 30. September), diesmal mit der politischen Fragestellung: „Wer ist mächtig, wer ist ohnmächtig – und muss das so sein?“ Im Schauspiel geht es weiter mit einer deutschen Erstaufführung, der interaktiven Komödie „Kurzschluss“ von Noa Lazar-Keinan auf der Probebühne.
Die Oper legt ab mit Verdis „Nabucco“, berühmt durch den Gefangenenchor, am 17. Oktober in der Theaterfabrik Blaue Halle, die stets eine Konzentration auf das Wesentliche erfordert. Dort findet auch die erste Tanz-Premiere statt, „Résonances Chopin“ in der Choreografie von Dominique Dumais, die damit ein früheres Werk neu bearbeitet hat. An Hape Kerkelings amüsantem Film orientiert sich auch in der Blauen Halle ein Schauspiel mit Musik, nämlich „Club las Piranjas“, eine skurrile Satire auf den All-inclusive-Urlaub.
Zur Weihnachtszeit dürfen sich Kinder wie Erwachsene im Kleinen Haus auf „Die Bremer Stadtmusikanten“ freuen. Ein besonderes Erlebnis verspricht die spektakuläre Wiederentdeckung einer Operette von 1925, jazzig inspiriert, einst ein Welterfolg, heute völlig vergessen, „Der Orlow“, von Ernst Marischka und Bruno Granichstaedten, eine Geschichte um einen Diamanten und ein Liebespaar. Richard Wagners „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ wird sicher alle Fans dieser romantischen Oper in die Blaue Halle locken. Etwas zeitgenössisch Brisantes präsentiert das Kleine Haus mit der Uraufführung der komischen Oper „Mondrausch“, einer Parabel über die Kolonisationsversuche von Menschen auf dem Erdtrabanten, in neuartiger Klangästhetik komponiert von Justus Wilcken und Konstantin Dupelius.
Eine Kinderoper, „Nils Karlssohn Däumling“ gibt es auf der Probebühne, und ein Jugendstück von Martin Baltscheid „Bessere Wälder“ über einen kleinen Wolf unter Schafen im Kleinen Haus. Vom 26. bis 27. Februar 2027 ist ein interessantes Mini-Festival zu erwarten unter dem Titel „Die Ossis kommen!“: zwei sehr erfolgreiche Produktionen von der ehemaligen Wirkunsgsstätte des Intendanten, vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau gastieren hier für die Wessis. In Shakespeares „Der Sturm“ geht es in der Blauen Halle um den Wandel der Macht in einer Ausnahmesituation.
Tanzfans können im Kleinen Haus bei „It’s about time“ Werke von verschiedenen Choreografen bewundern. Ein Politthriller über Zensur und Meinungsfreiheit ist „Spiegel“ auf der Probebühne als deutsche Erstaufführung. Die Helden aus „Oh, wie schön ist Panama“ nach Janosch, der Kleine Tiger und der Kleine Bär, können die jüngsten ab vier im Eingangsfoyer erleben. Und das Lustspiel von Georg Büchner „Leonce und Lena“ beschließt die Reihe der Schauspielpremieren im Mai. Spartenübergreifend aber soll im Juni das Projekt „Odyssee!“ den Stadtraum vom Theater aus erobern, bei einer „Irrfahrt“ mit Tanz, Musik und Spiel.
Das Philharmonische Orchester Würzburg präsentiert in der neuen Spielzeit sieben Sinfoniekonzerte, angefangen mit einem „Klassik Schoppen“ über das Weihnachts- und Neujahrskonzert und bis hin zur Nachtmusik beim Mozartfest. Es gibt sechs Kammerkonzerte, ein Werkstattkonzert, vier Familienkonzerte sowie Babykonzerte und Schulkonzerte für verschiedene Altersstufen. Es ist also auf dem Theaterschiff mit neuer Mannschaft einiges los!




