
Das Rockmusical „Next to normal“ von Brian Yorkey (Buch und Gesangstexte) und Tom Kitt (Musik) wurde 2009 mit dem Tony Award für die beste Partitur und 2010 mit dem Pulitzer Preis für Drama und ausgezeichnet. Das Theater am Neunerplatz hat eine packende, ja mutige Inszenierung auf die Bühne gebracht.
Denn es wird nicht nur gesungen (Bandbegleitung) und gespielt. Im Plot wird intensiv ein Tabuthema behandelt, das in der Gesellschaft oft verdrängt wird. Es geht um eine scheinbar ganz normale Familie mit Alltagsproblemen und viel Liebe zueinander. Doch diese Familie wird zusätzlich gefordert durch die Krankheit der Mutter. Die leidet an einer bipolaren Störung und belastet damit den Rest ihrer Lieben.
Das mit Herzblut spielende und singende Team besteht aus Diana, der Mutter (Lisa-Marie Ströbel, die durch bemerkenswerten Gesang gefällt), Vater Dan (Jonas Ehser, der auch gelungen Regie führt), Tochter Nathalie (Denise Heinz), die ihren Freund Henry immer wieder vor den Kopf stößt (Kay Khambatta), und Sohn Gabe (Niklas Kremer, neuer künstlerischer Leiter des Theaters am Neunerplatz).
Alle Darsteller überzeugen darstellerisch und rockig singend. Auch die Interpretation von Balladen gelingt. Lichteffekte und eindringliche Spielsequenzen sorgen für Gänsehaut. In den Rollen verschiedener Psychiater gehört auch Philipp Raab zum Ensemble.
Ein sehenswertes, wichtiges und trotzdem unterhaltendes Schauspiel, gezeigt von einem homogenen Ensemble, durchaus empfehlenswert.




