Trinitatiskonzerte feiern 25-jähriges Jubiläum in Würzburg-Rottenbauer

von Renate Freyeisen (erschienen in Ausgabe 4/2018)

Ehrenamtliches Engagement über 25 Jahre durchzuhalten, um mit rund 20 Konzerten pro Jahr Musikfreunde in die Würzburger Stadtrandgemeinde Rottenbauer zu locken, das ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Wolfgang Schmock, Rektor der Grundschule in Röttingen, ehemaliges Mitglied des Windsbacher Knabenchors, ist der Initiator der Konzerte in der evangelischen Trinitatiskirche.

Die kleine Kirche, über 525 Jahre alt und mit der typischen Empore ausgestattet, verfügt über eine ausgezeichnete Akustik, „ehrlich, ziemlich trocken und transparent“, wie Schmuck betont.

Und so gaben einst Weihnachtskonzerte in diesem stimmungsvollen Raum und die Freundschaft mit den in Rottenbauer wohnenden Musikprofessoren Ulsamer und Kirsch den Anstoß, vor 25 Jahren mit der Konzertreihe zu beginnen.

Schmock und sein mittlerweile zehnköpfiges Team organisieren die Verpflichtungen von Künstlern und ihre Unterbringung, sitzen an der Kasse, unterstützen bei der Bewirtung in der Pause, beim Internetauftritt, den Programmen und sonstigen Aufgaben.

Rund 120 Besucher fasst die Kirche, der Eintritt kostet zwischen 10 und 15 Euro, und es kommen auch schon Stammgäste; die älteste regelmäßige Besucherin ist 98 Jahre alt.

Aber auch aus Österreich und ganz Deutschland reisen Interessierte an, um hier in entspannter Atmosphäre weitgehend ungewöhnliche Programme von kleinen Ensembles zu hören, von der Klassik über Folklore, Pop, Weltmusik, Jazzigem, Liedern etc.

Die Qualität hat sich herumgesprochen, und die Anfragen von Musikern erreichen Schmock aus der ganzen Welt.

„Erst gestern hat einer aus Armenien angefragt, ob er bei uns auftreten könnte“, wundert er sich.

Dabei können Künstler hier nicht das große Geld verdienen, so um 150 Euro. Die Konzerteinnahmen gehen in eine Kasse, aus der auch Ausfälle, etwa bei geringem Besuch, Anschaffungen, Auslagen und Gema-Gebühren bezahlt werden.

Abgerechnet wird über die evangelische Kirchengemeinde, die dem Konzertvorhaben äußerst gewogen ist, für die Bereitstellung der Räume nichts verlangt und erlaubt, dass die Besucher in der Pause im benachbarten Zentrum sich stärken können.

Schmock möchte die Interessenten mit den Konzerten nicht überfordern; allzu Spezielles hat hier keinen Platz.

Aber er will damit auch sozialen Zusammenhalt erreichen; so ist seine erfolgreiche Konzertreihe an die Würzburger Kulturtafel angeschlossen, und Kinder haben freien Eintritt. Eine schöne Idee wäre es, das Freiwilligenteam der Trinitatiskonzerte für sein Engagement beispielsweise mit einem Kulturpreis durch die Stadt zu würdigen.

INFO: www.trinitatiskonzerte.de

Bildnachweis: Medde ©Stefan Schwarz (teaser), Vivid Curls ©Petra Reger, Blum _Haugaard ©Sigrid Nygaard

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