Konzert in Iphofen am 12. November zugunsten der Seuffert-Orgel in St. Veit

von Martina Schneider (erschienen in Ausgabe 7-9/2017)

Vor 200 Jahren erlebte die Iphöfer Kirchenmusik eine glanzvolle Blütezeit.

Der Ort, in dem damals nicht einmal 2000 Einwohner lebten, leistete sich ein eigenes Orchester mit 21 professionellen Musikern.

Unter der Leitung des Rektors Johann Erwin Gräfner (1756-1838) spielten sie in der Pfarrkirche St. Veit aufwändige und berühmte Orchester-Werke und Messen.

Die von Gräfner gesammelten Musikhandschriften enthielten auch sakrale Werke, die man Mozart zuschrieb, deren Echtheit aber angezweifelt wurde.

Dass diese Stücke tatsächlich von Mozart komponiert worden waren, bewiesen jetzt die Forschungen von Harald Kraus aus Veitshöchheim.

Unterlegt mit sakralen Texten kam diese prachtvolle, üppige Opern-Musik sonntags in die Kirche – ein Luxus, den andernorts nur wenige Privilegierte genießen konnten. Iphofen hatte dadurch Anfang des 19. Jahrhunderts ein musikalisches Niveau, das dem einer Kathedralstadt wie Würzburg gleich kam.

Die Sammlung der „Musica Sacra von St. Veit“ wurde immer wieder abgeschrieben und an andere Pfarreien weitergegeben. Um 1830 endete diese Ära, als der reine Chor-Gesang in den Mittelpunkt des Kirchenlebens rückte.

Die Musikinstrumente wurden verkauft und die als wertlos erachteten Musikhandschriften an einen Antiqutitäten-Sammler abgegeben.

Erst vor wenigen Jahren wurden sie wiederentdeckt: Harald Kraus begab sich im Diözesanarchiv Bamberg und im Staatsarchiv München auf Spurensuche und kümmert sich nun um die Herausgabe und Aufführung der Stücke.

Die ersten Stücke aus der Sammlung wird er zusammen mit der Organistin Ariane Metz und einem speziell dafür gegründeten Ensemble am 12. November in Iphofen aufführen.

Der Verein „Musikfreunde St. Veit e.V.“ will mit Veranstaltungen und Konzerten in der Öffentlichkeit das Bewusstsein um das kostbare Erbe wecken und Spendengelder für die Renovierung der Orgel aus dem 18. Jahrhundert sammeln.

Bildnachweis: ©depositphotos.com/@sibrikov

Anzeigen