Bamberger Literaturfestival startet hochkarätig am 15. Februar in die 3. Runde - Teil 1

von Petra Jendryssek (erschienen in Ausgabe 12/2017)

Nora Gomringer liest am 23. Februar in der Stadtbücherei Bamberg aus „Moden“Nach im Vergleich zum Premierenjahr 2016 deutlich gestiegenen Besucherzahlen in diesem Jahr steuert das Bamberger Literaturfestival mit einem Aufgebot an internationalen Autoren und lokalen Größen auf die 3. Runde zu.

Vom 15. Februar bis 7. März erstreckt sich der Lesungszeitraum für erwachsene Zuhörer in unterschiedlichen Lokalitäten.

Nach der Eröffnung am 15. Februar im Kulturboden Hallstadt macht Robert Seethaler mit seinem Buch „Ein ganzes Leben“ Station in der Konzerthalle Bamberg.

Robert Seethaler erzählt von dem Seilbahnarbeiter Andreas Egger, über den die Zeit hinweggeht, dem Unglück und Glück widerfährt und der am Ende staunend auf die Jahre blickt, die hinter ihm liegen. Es ist eine einfache und tief bewegende Geschichte. Die Geschichte eines ganzen Lebens.

Ihm folgt Tanja Kinkel am 17. Februar und führt mit ihrem historischen Roman „Grimms Morde“ im Ertl-Zentrum Hallstadt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting sowie historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut…

Am 18. Februar trifft Radiomoderator Thorsten Otto im Kulturboden Hallstadt den farbigen Basketballprofi Wilbert Olinde und unterhält sich kurzweilig mit ihm über Leben und Erfolge.

Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermani ist entlang der Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, der Heimat seiner Eltern.

Tanja Kinkel liest am 17. Februar im Ertl-Zentrum Hallstadt aus ihrem historischen Roman „Grimms Morde“Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er am 19. Februar im E.T.A.-Hoffmann-Theater in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird, und von Menschen, deren Geschichten wahr sind und sich doch widersprechen.

Voller Drive und Witz erzählt Hanns-Josef Ortheil am 20. Februar im E.T.A.-Hoffmann-Theater in seinem neuen Roman „Der Typ ist da“ von drei jungen Frauen und einem Fremden, der die Gabe und die Fähigkeiten besitzt, ihre Leben komplett zu verändern.

Nach dem mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichneten Auftakt der Reihe um Jakob Franck, „Der namenlose Tag“, folgt nun der langerwartete zweite Teil, „Ermordung des Glücks“.

Friedrich Ani vereint am 21. Februar im Schloss Bischberg erneut grenzenlose Traurigkeit, menschliche Abgründe und atemlose Spannung in einem an Melancholie kaum zu übertreffenden Roman.

Eine gleichermaßen erschreckende wie berührende Geschichte von der Suche nach Alternativen zum Bestehenden und nach einem anderen Leben erzählt Uwe Timm in seinem neuen Roman „Ikarien“ am 22. Februar im E.T.A.-Hoffmann- Theater. Nach „Monster“ und „Morbus“ folgt am 23. Februar in der Stadtbücherei Bamberg der nächste Streich von Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer – sie vollendet ihre von Reimar Limmer illustrierte „Trilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten“ mit dem Band „Moden“.

Mit seinem Titel „Kalte Duschen, warmer Regen“ beschert Wiglaf Droste mit seinen intelligenten Beobachtungen und seinem Sprachreichtum am 24. Februar jede Menge komisch-skurrile Punktlandungen.

Einblicke in die moderne türkische Literatur mit Texten von Asli Erdogan, Orhan Pamuk und Elif Shafak gibt Nevfel Cumart in seinem Buch „Der Sultan der Tiere ist die Nacht“ am 26. Februar im Bauernmuseum Frensdorf.

„Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen“, postuliert Ulrich Wickert am 27. Februar im Audi-Zentrum Bamberg. Sein Buch ist hochaktuell und blickt zugleich weit zurück in die Geschichte der „republikanischen Monarchie“.

In der 3. Runde des Bamberger Literaturfestivals mit dabei, u.a.: Robert SeethalerKönnen wir unserem Schicksal entgehen oder müssen wir uns abfinden mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt? Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt am 28. Februar in der Buchhandlung Osiander in Bamberg mit seinem Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ auf kleinstem Raum eine andere Geschichte der unerklärlichen Nähe, die einen von dem trennt, der man früher war.

Am 15. und 18. Februar gibt es noch zwei ganz besondere Lesungen: Bei der Rundfahrt durch Bamberg liest der vielfach ausgezeichnete Lyriker und Dramatiker Fitzgerald Kusz am 15. aus „Nämberich- Blues, während Helmut Haberkamm am 18. eine bunte Mischung aus seinen Werken zum Besten gibt.

Treffpunkt ist jeweils ZOB in Bamberg. Die Lesungen im März folgen im nächsten Leporello.

INFO:
Tickets für das 3. Bamberger Literaturfestival, das vom Stadtmarketing Bamberg, dem Veranstaltungsservice Bamberg und der Buchhandlung Osiander organisiert wird, gibt es in der Buchhandlung Hübscher, an allen Geschäftsstellen des Fränkischen Tags, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter der Hotline 0951.23837 sowie im Internet unter www.bamlit.de

Bildnachweis: Nora Gomringer: ©Judith Kinitz, Tanja Kinkel: ©FinePic München, Robert Seethaler: ©Urban Zintel

Anzeigen