Kunsthalle Schweinfurt zeigt bis 8. April Retrospektive zum Werk von Florian Köhler

von Petra Jendryssek (erschienen in Ausgabe 2/2018)

Der aus dem Jahr 1965 stammende Mix aus Holz, Hartfaserplatte, collagiertem Karton, Öl und Tempera von Florian Köhler trägt keinen Titel. Er entstammt dem Museum für Aktuelle Kunst - Sammlung Hurrle aus Durbach.Fast 20 Jahre ist es her, dass die Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Schweinfurt die Einzelausstellung „Der Maler besteht aus Bildern“ mit Werken von Florian Köhler zeigten.

Zum 50jährigen Ende der Künstlergruppe WIR waren 2015 im Rahmen der Präsentation „WIR“ erneut einige wenige Arbeiten Köhlers in Schweinfurt zu sehen.

Nun erinnert eine Retrospektive mit 60 Arbeiten des 2013 verstorbenen Kunstschaffenden im Untergeschoss der Kunsthalle Schweinfurt unter dem Ausstellungsmotto „Bei Tagesanbruch ist die Nacht am dunkelsten“ an den Mitbegründer jener Künstlergruppe WIR.

Die Wiederkehr ist vor allem durch die Schwerpunktsetzung der Kunsthalle begründet, tritt sie doch für die Vermittlung deutscher Kunst nach 1945 im Dialog zwischen Abstraktion und Figuration ein.

Neben informellen Ausdrucksformen kommt hier der neofigurativen Formensprache der 1950er und 1960er Jahre eine besondere Beachtung zu.

Im Umkreis der Gruppen SPUR, WIR und später dann GEFLECHT zählen Florian Köhler, 1935 geboren in Frankfurt am Main, und der Bildhauer Lothar Fischer, 1933 im pfälzischen Germersheim zur Welt gekommen, zu den herausragenden Repräsentanten dieses Kapitels der Kunstgeschichte.

Die Auseinandersetzung mit Figur und Raum verband die Künstlerfreunde Zeit ihres Lebens. Von Florian Köhler ist eine Werkauswahl bestehend aus Zeichnungen, Vorstudien, Aquarellen, Pastellen und Gemälden zu sehen. Sein Farbspektrum schien unerschöpflich.

Ergänzt werden die Arbeiten durch Plastiken Lothar Fischers in einer Formensprache, die immer wieder an das antike Vorbild denken lässt.

Das plastische Gebilde sah er analog zur Natur des Menschen als Sinnbild des Menschen in Form einer „Kunstfigur“.

INFO: Kuratorenführung: 15. März, 19 Uhr

Bildnachweis: Jendryssek

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