Kunsthalle Schweinfurt zeigt noch bis zum 22. Oktober „Kraftvolle Passion“

von Petra Jendryssek (erschienen in Ausgabe 7-9/2017)

Einmal im Jahr beleuchtet eine Sonderausstellung die Sammlung Joseph Hierling im Untergeschoss der Kunsthalle in Schweinfurt näher.

Unter dem Titel „Kraftvolle Passion“ ist dort noch bis 22. Oktober eine spannende Gegenüberstellung der beiden Maler Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg und Leo von Welden zu sehen.

Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg wird als 10. Kind 1895 in der Oberpfalz geboren.

Zur Malerei findet der ausgebildete Hotelfachmann während des Ersten Weltkrieges über seine Internierung auf der Isle of Man, wo er Zeichnunterricht bekommt und das Versprechen ablegt, sein Leben nach seiner Rückkehr in den Dienst der Kunst zu stellen.

Leo von Welden, 1899 geboren, setzt sein 1913 begonnenes Studium ab den 20er Jahren an der Akademie der Bildenden Künste in München fort.

Beide Künstler verbindet die Leidenschaft zu reisen.

Die Ausstellung zeigt an vielen Beispielen die Eigenarten bei der Umsetzung des Gesehenen und Erlebten. Beiden gemeinsam ist die Wahl eher gedeckter Farben, die jedoch nicht minder leidenschaftlich auf Leinwand oder Malpapier ihren Ausdruck finden.

Bevorzugte von Welden das Aquarell und Mischtechniken, setzte Gebhardt-Westerbuchberg seine Eindrücke in Öl um.

Besonders herauszuheben ist der beindruckende schwarz-weiße Monotypiezyklus zur Passion Christi, der für die Ausstellung vom Bistum Regensburg beigesteuert wurde und das Leiden Christin in 40 Arbeiten expressiv-eindrücklich zeigt.

Wählte Gebhardt-Westerbuchberg bevorzugt die Landschaftsmalerei, stellte von Welden den Menschen in unterschiedlichen Befindlichkeiten in den Mittelpunkt.

INFO:
Zur Ausstellung „Kraftvolle Passion - Franz Sales Gebhardt- Westerbuchberg und Leo von Welden (rechts jeweils im halben Selbstbildnis) im Untergeschoss der Kunsthalle ist ein sehr empfehlenswerter Katalog erschienen, der die gezeigten Werke nicht nur vergleichend nebeneinander stellt, um Gemeinsamkeiten wie Unterschiede einfühlsam herauszuarbeiten. Er gibt auch in einem vorangestellten Beitrag den Blick auf die Gruppe der Chiemseemaler frei, gespeist aus Beständen der Sammlung der Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt sowie des Museums Georg Schäfer. Der Katalog kostet 20 Euro.

Bildnachweis: Joseph Herling

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