Der am lautesten geflüsterte Geheimtipp: René Sydow am 23. September im Theater Bockshorn

von Nicole Oppelt (erschienen in Ausgabe 7-9/2017)

René Sydow wird von der Presse als der „am lautesten geflüsterte Geheimtipp“ des politischen Kabaretts bezeichnet.René Sydow hat viele Gesichter. Er ist Kabarettist, Autor, Filmemacher und Schauspieler in Personalunion.

Ebenso einzigartig erscheint sein Stil. Ein „Spagat zwischen Heinz-Erhardt-Kalauern und schlitzohriger Dieter-Hildebrandt- Satire“, wie es ein Kollege einmal benannte.

Nach dem mit elf Kabarettpreisen ausgezeichneten Programm „Gedanken! Los!“ spricht der 1980 in Radolfzell am Bodensee geborene Senkrechtstarter am 23. September im Theater Bockshorn nun eine deutliche „Warnung vor dem Munde!“ aus.

In brandneuen Texten geht er dem Irrsinn in Politik und TV auf den Grund, nimmt sich Minister, Medienmacher und andere Mitglieder des organisierten (V)Erbrechens vor.

Verschont wird dabei niemand.

Vom Lobbyisten bis zum Waffenhändler, vom Schönheitschirurgen bis zum eigenen Ich - „Deutschlands bissigster Mund“ beißt eben gnadenlos zu.

Seine „Werkzeuge“ sind kraftvoll: Mit schwarzem Humor, Spott und Poesie geht der aktuelle Träger des Deutschen Kabarett-Förderpreises weit über das Tagesgeschehen hinaus.

Und so viel sei verraten: Sein verbaler „Tatort“ klingt vielversprechend. Die Rahmenhandlung spielt nicht unbedingt dort, wo man es von einem „Dichterphilosophen“ erwarten würde. Es geht mitten hinein in den Tempel der Oberflächlichkeiten – in die Schönheitsklinik.

Das Fazit in der Freiburger Redaktionsstube las sich übrigens dennoch tiefgründig: „Das Denken als eine Form des zivilen Ungehorsams – hier bietet einer die praktische Anleitung dazu.“

INFO: www.bockshorn.de

Bildnachweis: Claudius Neidig (Agentur Neidig )

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