Bis Ende Mai sorgt „Der Neurosenkavalier“ für Turbulenzen im Theater in der Gerbergasse

von Nicole Oppelt (erschienen in Ausgabe 4/2018)

„Der Neurosenkavalier“ ist ein Cocktail aus Hochstapelei, Amateur-Psychologie, Liebe und Eifersucht.Die beiden Autoren Gunther Beth und Alan Cooper treffen seit Jahrzehnten den Nerv der Zeit.

Mit „Der Neurosenkavalieer“ greift das Duo ein Thema auf, das seit der Erstaufführung 1986 nichts an Aktualität eingebüßt hat – im Gegenteil. Ihre „Psycho-Komödie“ in vier Sitzungen ist mittlerweile zu einem Klassiker avanciert.

Diesem nimmt sich derzeit das Theater in der Gerbergasse in Karlstadt an. Unter der Regie von Werner Hofmann erlebt das Publikum hautnah, was es heißt, wenn der „Falsche“ am Therapeutenschreibtisch landet.

Auf der Flucht vor der Polizei „verirrt“ sich der Warenhausdieb Felix Bollmann (Thomas Trummer) ausgerechnet in einer Psychologen-Praxis. Dort fällt der Ganove direkt in die Arme von Fräulein Engel (Stefanie Maselli), der Sprechstundenhilfe von Herrn Prof. Dr. Otto, der sich zurzeit auf einem Kongress befindet.

Die junge Frau ist hochbeglückt, dass der Vertreter ihres Chefs endlich eintrifft, denn das Terminbuch ist prall gefüllt. Kurzerhand übernimmt Felix Bollmann den „Aushilfsjob“ und gibt den erwarteten Doktor de Witt (Frank Heßdörfer). Er schlüpft in den weißen Kittel – und behandelt die ersten Patienten.

Das Schlitzohr schlägt sich prächtig. Ob das an den paar Semestern Veterinärmedizin liegt, die er im Laufe seiner bewegten Vergangenheit absolviert hat? Oder an seinem Talent, gut zuhören können?

Mit Sicherheit hilft ihm seine Menschenkenntnis, sein Witz und seine Spontanität. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben ...!

INFO: www.theater-gerbergasse.de

Bildnachweis: Werner Hofmann

Anzeigen