Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Gekrönte Kultur
Die Skulpturen Herbert Mehlers sind aus Stahl und zum Teil über zwei Meter hoch, aber scheinen dennoch beinahe schwerelos. Der Bildhauer, dessen Arbeiten das Museum am Dom derzeit ausstellt, ist Träger des Kulturpreises 2007. Der Preis wird an verdiente, mit Würzburg durch Geburt, Leben oder Werk verbundene Künstler vergeben. Verbunden ist Mehler mit der Stadt in vielerlei Hinsicht: Seine Arbeiten sind nicht nur im Museum am Dom zu sehen, sondern auch im Kulturspeicher, den Universitätskliniken und dem Kreuzgang im Dom. Zudem gründete er 2000 zusammen mit seiner Frau Sonja Edle von Hoeßle das „riedenheim project“: In dem 30 km von Würzburg entfernten Dorf findet man auf einem Rundgang Skulpturen der beiden Künstler, in ihrem Anwesen in der Hauptstraße ein Atelier für Malerei, eine Metallwerkstatt und eine Scheune mit permanenten Ausstellungen. Am 10. Dezember um 20 Uhr findet im Mainfrankentheater die Verleihung statt. Der Preis der Stadt Würzburg wird auf Vorschlag des Kultur-, Schul- und Sportreferenten Muchtar Al Ghusain nun jährlich zusammen mit den drei Kulturförderpreisen vergeben. Im Gegensatz zu diesen ist der Kulturpreis ein undotierter Ehrenpreis, dessen Träger wie Herbert Mehler jedoch durch geeignete Veranstaltungen in der Stadt repräsentiert werden sollen.

Die Kulturförderpreise sind mit 2500 Euro dotiert und werden an Künstler vergeben, die am Anfang einer professionellen künstlerischen Entwicklung stehen. 2007 ist dies zum einen der Schauspieler Dr. Markus Grimm. „Schauspielen ist, was jeder Mensch tut seit Zehntausenden von Jahren.“, schreibt er auf seiner Homepage, „Es ist das Spiel mit der eigenen Person in wechselnden Umgebungen.“ Seiner Definition entsprechend nimmt Grimm in seinen Ein-Mann-Stücken viele unterschiedliche Rollen ein: Er spielt Frankenstein, Dr.Jekyll und Mr. Hyde, aber ebenso: Werther, Mozart, Lenz. Dabei steht er allein auf der Bühne, braucht weder viele Requisiten noch ein Bühnenbild und überzeugt allein durch seine Präsenz – ein Schauspieler, der noch weiter auf sich aufmerksam machen wird.
Die Reihe der Kulturförderpreisträger setzt Dennis Schütze fort: Der Sänger, Gitarrist und Songwriter lebt seit 1994 in Würzburg, wo er am damaligen Hermann-Zilcher-Konservatorium Musik studierte. 2004 spielte er zusammen mit regionalen Musikern seine erste CD 2174 ein, die über Franken hinaus Beachtung fand. Die selbst geschriebenen Songs des klassisch ausgebildeten Musikers bewegen sich zwischen Folk, Country und Jazz. Letztes Jahr folgte dann die Idee für das moderne „Improvised Music and Dance Project“: Eine freie und spontane Kommunikation zwischen Tänzern und Musikern auf der Bühne, deren Regeln sich erst mit der Performance ergeben. Der sehr hörenswerten musikalische Teil des Projekts wurde festgehalten auf der CD „improvised ambient music for dancers vol.1“. Dritte im Bund der Kulturförderpreisträger ist die Bühnenbildnerin Verena Hemmerlein. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Karl Kneidl und wurde dessen Meisterschülerin. Bereits während des Studiums assistierte und hospitierte sie an verschiedenen Theatern, arbeitete mit Karl Kneidl, Emmanuel Clolus und Carl-Friedrich Oberle zusammen. Seit 2003 ist sie selbstständige Bühnenbildnerin. In Würzburg entwarf sie die Bühne der Werkstattbühnen-Inszenierungen „Urfaust“ und „Die Unterrichtsstunde“ . Am Mainfrankentheater stattete sie für Regisseurin Katrin Aissen „Antilopen“ (2003/04) sowie die Ballett-Kammerproduktion „Laboratorium Tanz“ (2006/07) aus. In der kommenden Spielzeit wird sie am Bühnenbild für den zweiten der drei Ballettabende „Virtuosi“ im großen Haus beteiligt sein.
Neben dem Kulturpreis und den Kulturförderpreisen werden an gemeinnützig engagierte Personen, Gesellschaften oder Organisationen drei Kulturmedaillen vergeben. In diesem Jahr wird zum einen die Leonhard Frank Gesellschaft ausgezeichnet, die nun seit 25 Jahren das literarische Erbe des Würzburger Autors lebendig und in Ehren hält.
Ebenfalls Träger einer Kulturmedaille wird der Ökumenische Hochschulchor sein, der, obwohl studentische Initiative, seit Jahren mit einem stetig hohen musikalischen Niveau überzeugt. Zu hören gibt es den Chor unter der künstlerischen Leitung von Matthias Beckert sogar auf CD: Aufgezeichnet wurden „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg (1843-1900), „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi (1813-1901) sowie „Vespro della Beata Vergine“ von Claudio Monteverdi (1557-1643).
Mit der Medaille geehrt und anerkannt wird auch das gemeinnützige Sponsoring der Distelhäuser Brauerei. Die Kulturmedaillen werden am 5. November um 20 Uhr im Ratssaal des Würzburger Rathauses vergeben.




