kunstvoll verlag Der Verlag hinter Leporello und Leporellino

Kultur sprengt Grenzen

Bernhard Stengele macht mit Afrika- und Tibetengagement auf sich aufmerksam

von Pat Christ

Kultur hat für ihn schrankenlos zu sein: Bernhard Stengele schaut seit langem weit über den engen Horizont seiner künstlerischen Wirkungsstätte Würzburg hinaus. Zum Beispiel mit dem Projekt „Les funerailles du desert“. Hierbei kooperiert der Schauspieldirektor langfristig mit dem Carrefour International Théâtre Ouagadougou. Ein Engagement, das ihm kürzlich 150.000 Euro aus dem Fonds „Wanderlust“ der Kulturstiftung des Bundes eingebracht hat. Aufsehen erregte Stengele außerdem für sein Tibet-Engagement. Als das tibetische Volk am 10. März 1959 aufstand, fackelte China nicht lange. Mit Maschinengewehren schossen Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee wahllos in die Menge. 15.000 Tibeter wurden getötet. Bernhard Stengele erinnerte heuer am 10. März mit seiner Lesung „Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift“ an die chinesische Invasion und das Blutbad von Lhasa. Die tibetische Kultur in den Dörfern und Städten der „Autonomen Region Tibet“ wird laut dem Schauspieldirektor bis heute massiv unterdrückt, Menschenrechte mit Füßen getreten. So starben in den vergangenen 25 Jahren mehrere Dutzend politischer Gefangener an den Folgen von Misshandlungen in Arbeitslagern und Staatsgefängnissen. Stengele: „Die Olympischen Spiele haben keine Verbesserung der Situation gebracht, im Gegenteil.“ Wie belastend es für die Menschen ist, unterdrückt von einem chauvinistischen Regime zu leben, das erfuhr der Schauspieler von einer in Würzburg lebenden, tibetischen Nonne.

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