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Der Würzburger Studentenverlag "stellwerck" macht Jungautoren Mut zur Veröffentlichung

von Katharina Manzke, 15.05.2005

Die Literatur von morgen wird bereits heute gemacht, aber was nützt das, wenn sie niemand lesen wird? Viele Studenten schreiben kreativ. Doch auch wenn dabei interessante und qualitativ wertvolle Texte entstehen, die vielleicht sogar in die Zukunft weisen, haben es die jungen Autoren sehr schwer, sich mit diesen auf dem Literaturmarkt durchzusetzen. Die Manuskripte werden von den Verlagen, oft sogar unkommentiert, zurückgeschickt, mit der Begründung, dass sie dem vorgegebenen Marketingkonzept nicht entsprächen.

Christine Ott und Michael Pfeuffer, beide Studenten aus Würzburg, finden das äußerst schade und haben deswegen vergangenen Oktober den Verlag gegründet, der jungen Autoren die Chance zur Veröffentlichung geben will. Die Verlagsleiterin Christine Ott versteht ihren Verlag als "Mittlerinstanz mit Qualitätsfilter von jungen Literaten und Literaturmarkt". "Stellwerck" ist ein Verlag von Studenten ausschließlich für Studenten. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist eine gültige Immatrikulationsbescheinigung.

Was "stellwerck" einmalig in ganz Deutschland macht: Es gibt keine inhaltlichen Vorgaben. Das Profil des Verlags wird nicht von der Verlagsleitung vorgegeben, sondern soll allein durch die schreibenden Studenten gestaltet werden. Wie die für den Herbst geplante Lyrikanthologie, die Sammlung mit Kurzprosatexten sowie das Einzelstück eines besonderen schriftstellerischen Talents im Endeffekt beschaffen sein wird, ist also noch offen. Das ist spannend, für die vier Mitarbeiter von "stellwerck", für die zukünftigen Leser und auch für die schreibenden Studenten selbst. Das offene Verlagskonzept erregt bereits jetzt großes Interesse bei den Jungautoren. Die zahlreichen Einsendungen aus ganz Deutschland bis in die Schweiz bestätigen dies. Eine erste Sichtung der Werke zeigt eine große Bandbreite an Themen, so vielfältig wie das Studentenleben selbst: Neben der erwarteten Liebeslyrik gibt es auch ungewöhnliche und witzige Texte, Texte aus dem Poetry Slam Bereich sowie Texte, die Subkulturen wie zum Beispiel die Gothic-Szene widerspiegeln. Alle diese Beiträge sollen in ihrer Verschiedenartigkeit in den geplanten Buchprojekten nebeneinander existieren dürfen, solange die Qualität stimmt.

Info
Auch ein Klick auf die Homepage des Verlags "www.stellwerck.de" lohnt sich. Dort kann man sich nicht nur über Einsendebedingungen und zukünftige Projekte informieren, sondern auch bei einer monatlichen Fortsetzungsgeschichte mitmachen und online Poetry-Slammen.

Bildnachweis: pixelio.de/Karin Jung

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