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Günterlebener Gewächs

Sabine Ziegler ist neue fränkische Weinkönigin

von Renate Freyeisen (erschienen in Ausgabe 4/2011)

Offenes Lächeln, wacher, freundlicher Blick aus hellbraunen Augen, rotblonde Löckchen, klare Stimme – die neue fränkische Weinkönigin aus Güntersleben bei Würzburg strahlt einfach gute Laune aus. Kein Wunder, dass Sabine Ziegler gleich im 1. Wahlgang gewählt wurde. Die zierliche junge Frau war selbst überrascht, dass sie nicht in die Stichwahl musste. Denn auch die schwierigste Frage bei der Kür, nach der Scheurebe als fränkischer Entsprechung zum französischen Sauvignon blanc, beantwortete sie mutig und richtig – ganz sicher war sie sich da nicht. Allerdings ist sie schon lange mit der Materie vertraut als örtliche Weinprinzessin. Nachdem sie sich aber für die Bewerbung zur fränkischen Weinkrone entschieden hatte, bereitete sie sich seit Mitte Januar gezielt vor und paukte fleißig. Und das machte ihr sogar Spaß, denn sie wollte alles wissen über den Frankenwein.

Von Haus aus kennt sie den Weinbau gut, auch wenn ihre Eltern „nur“ im Nebenerwerb einen Weinberg mit Müller-Thurgau-Reben bewirtschaften; der Onkel hat jedoch ein eigenes Weingut. Wenn Sabine im Weinberg arbeitete, empfand sie das nie als Muss, sondern als Ausgleich zum Alltag beim Genuss der Natur. Eigentlich war sie bisher mit Anderem beschäftigt: Nach dem Abitur am Veitshöchheimer Gymnasium studierte sie Germanistik und Geschichte für das Lehramt an Realschulen; jetzt ist sie im 5. Semester, hat ihre Zwischenprüfung erfolgreich abgelegt. Nun wird sie ein Jahr mit dem Studium aussetzen. Was danach kommt? Wohl fertig studieren, vielleicht ins Lehramt gehen. Schaden können die Erfahrungen mit dem „echten Leben“ aus dem höchsten Wein- Amt da bestimmt nicht, und mit Kindern kann sie gut umgehen; sie hat ja noch drei jüngere Brüder. Aber vorerst freut sie sich sehr auf ihre neue Aufgabe.

Die frisch gekürte Weinmajestät möchte dabei ihre Natürlichkeit und Herzlichkeit bewahren und mit ihrer ganzen Persönlichkeit für den Frankenwein eintreten als unverzichtbares Kulturgut. Für das neue Amt ist es sicher nützlich, dass Sabine nahezu druckreif formulieren kann und immer wieder ein Zitat aus dem Hut zaubert; lächelnd gesteht sie, dass sie ständig Zitate auf gelben Zetteln notiert und diese rund um ihren Schreibtisch anpinnt. Aber nicht nur durch rhetorisches Können und sicheres Auftreten überzeugt Frankens Wein-Hoheit, sondern auch durch ihren Charme. Sie wirkt ungekünstelt, locker, und dazu passt ihr gewinnendes Äußeres; sie bevorzugt ein praktischelegantes Outfit – obwohl: bei Schleifen oder Rüschen wird sie manchmal doch schwach …

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