Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Charmeoffensive
Frankens Weinköniginnen sind
etwas ganz Besonderes: Auch
die neue Wein-Majestät Melanie
Unsleber ist solch ein strahlender
Stern an Frankens Himmel. Im
März wurde ihr nahe ihrem Heimatort
Ramsthal, im Bad Kissinger
Regentenbau, die Krone auf
das halblange Blondhaar gesetzt.
Die 24-Jährige war sich am Ende
der spannenden Kür gar nicht so
sicher, ob sie in der Stichwahl siegen
würde; anfangs war sie nervös,
dann wieder ruhig, zum Schluss
ganz zittrig. Doch mit entwaffnender
Ehrlichkeit stellte sie sich
auch Fragen, die sie eigentlich
nicht beantworten konnte, ging
auf das Publikum ein und – schaffte
es dank ihres Charmes. Die sehr
schlanke, hübsche Melanie mit
dem gewinnenden Lächeln und
dem Grübchen im Kinn, dem offenen
Blick der braunen Augen
ist in ihrer Aufgeschlossenheit sicher
eine würdige Vertreterin des
Frankenweins, zumal sie mehrere
Sprachen beherrscht. Soeben hat
sie ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften
mit einer Arbeit
über Mitarbeitermotivation an
der katholischen Universität
Eichstätt/Ingolstadt abgeschlossen
und ist somit frei für ihre neue
Aufgabe. Sie freut sich auf die vielen
interessanten Reisen und Begegnungen.
Nur ihr Hund, an dem
sie sehr hängt, wird unter der neuen
Würde seiner Herrin leiden, sie
vermissen. Doch die neue „Majestät“
bleibt trotz aller Weltoffenheit
immer heimatverbunden. Als
sie ein Semester in Brasilien, in
Rio de Janeiro, studierte, bekam
sie richtig Heimweh nach Franken.
Ihre Schwester rief nämlich
an und schwärmte von Weinlese
und Zwiebelkuchen. Da waren
Sonne und Strand vergessen,
und Melanie wollte nur dorthin
zurück, woher sie stammt. Denn
ihre Eltern besitzen in Ramsthal
Weinberge, deren Erträge sie an
den Winzerkeller Hammelburg,
die GWF, abliefern. Und schon
als Kind half sie immer gerne im
Weinberg, am liebsten bei der
Weinlese. Als Krönungswein stellte
sie folglich ein ungewöhnliches
heimisches Tröpfchen vor, einen
Müller-Thurgau Spätlese halbtrocken.
Vier Jahre lang hatte sie ihren
Heimatort als Weinprinzessin
repräsentiert, bevor sie sich relativ
spät entschloss, an der Wahl
teilzunehmen. Nun, nach dem
Gewinn, sucht sie gerade stilsicher
die Kleider für die Auftritte
heraus, auch Dirndl und Abendkleid,
aber bitte keine Rüschen!
Trotz der vielen Verpflichtungen
will sie aber die Verbindungen zu
Ramsthal nicht abreißen lassen,
vielleicht ab und zu noch beim
Fußball zuschauen oder zur Entspannung
im Saaletal radeln. Ihre
Mutter ist natürlich stolz auf ihre
jüngste Tochter; nur eine Sorge
treibt sie um: Dass ihre Melanie
vor lauter Terminen vergisst, genügend
zu essen.





