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Charmeoffensive

Frankens neue Weinkönigin heißt Melanie Unsleber

von Anna Weiß (erschienen in Ausgabe 4/2010)

Frankens Weinköniginnen sind etwas ganz Besonderes: Auch die neue Wein-Majestät Melanie Unsleber ist solch ein strahlender Stern an Frankens Himmel. Im März wurde ihr nahe ihrem Heimatort Ramsthal, im Bad Kissinger Regentenbau, die Krone auf das halblange Blondhaar gesetzt. Die 24-Jährige war sich am Ende der spannenden Kür gar nicht so sicher, ob sie in der Stichwahl siegen würde; anfangs war sie nervös, dann wieder ruhig, zum Schluss ganz zittrig. Doch mit entwaffnender Ehrlichkeit stellte sie sich auch Fragen, die sie eigentlich nicht beantworten konnte, ging auf das Publikum ein und – schaffte es dank ihres Charmes. Die sehr schlanke, hübsche Melanie mit dem gewinnenden Lächeln und dem Grübchen im Kinn, dem offenen Blick der braunen Augen ist in ihrer Aufgeschlossenheit sicher eine würdige Vertreterin des Frankenweins, zumal sie mehrere Sprachen beherrscht. Soeben hat sie ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften mit einer Arbeit über Mitarbeitermotivation an der katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt abgeschlossen und ist somit frei für ihre neue Aufgabe. Sie freut sich auf die vielen interessanten Reisen und Begegnungen. Nur ihr Hund, an dem sie sehr hängt, wird unter der neuen Würde seiner Herrin leiden, sie vermissen. Doch die neue „Majestät“ bleibt trotz aller Weltoffenheit immer heimatverbunden. Als sie ein Semester in Brasilien, in Rio de Janeiro, studierte, bekam sie richtig Heimweh nach Franken. Ihre Schwester rief nämlich an und schwärmte von Weinlese und Zwiebelkuchen. Da waren Sonne und Strand vergessen, und Melanie wollte nur dorthin zurück, woher sie stammt. Denn ihre Eltern besitzen in Ramsthal Weinberge, deren Erträge sie an den Winzerkeller Hammelburg, die GWF, abliefern. Und schon als Kind half sie immer gerne im Weinberg, am liebsten bei der Weinlese. Als Krönungswein stellte sie folglich ein ungewöhnliches heimisches Tröpfchen vor, einen Müller-Thurgau Spätlese halbtrocken. Vier Jahre lang hatte sie ihren Heimatort als Weinprinzessin repräsentiert, bevor sie sich relativ spät entschloss, an der Wahl teilzunehmen. Nun, nach dem Gewinn, sucht sie gerade stilsicher die Kleider für die Auftritte heraus, auch Dirndl und Abendkleid, aber bitte keine Rüschen! Trotz der vielen Verpflichtungen will sie aber die Verbindungen zu Ramsthal nicht abreißen lassen, vielleicht ab und zu noch beim Fußball zuschauen oder zur Entspannung im Saaletal radeln. Ihre Mutter ist natürlich stolz auf ihre jüngste Tochter; nur eine Sorge treibt sie um: Dass ihre Melanie vor lauter Terminen vergisst, genügend zu essen.

Bildnachweis: Brendel

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