kunstvoll verlag Der Verlag hinter Leporello und Leporellino

Erbe verpflichtet...

Residenzgaststätten in Würzburg verbinden großstädtisches Flair mit Historie

von Petra Jendryssek (erschienen in Ausgabe 02/2011)

Kratzfeste Tapeten mit Tiepolomalereien knüpfen den Bogen zur Residenz.Historisches Erbe verpflichtet zur Innovation. Nach dreijähriger Planungs- und Umbauphase können sich die Gäste der Ende Januar wiedereröffneten Residenzgaststätten in Würzburg von der Lösung dieser Aufgabenstellung ein eigenes Bild machen. Durch ein großes, die Sicht gleich auf das Innere freigebendes Glasportal betritt man den offen gehaltenen, hellen und dadurch leicht wirkenden Gastraum im Loungecharakter und wird sogleich in den Bann gezogen. Einige runde, mit Tiepolomotiven ummantelte Sitzinseln sorgen für einen besonderen optischen Reiz. Von hier aus kann man den Blick nach Herzenslust durch die großen Fenster entweder über den weitläufigen Residenzplatz oder durch die herrlichen Anlagen des Hofgartens schweifen lassen.

Wendet man den Kopf vom Eingang aus nach links, bleiben die Augen an einer großen Theke, dem Herzstück des Stockwerkes, hängen. Ein überdimensionaler, leerer Bilderrahmen in Goldoptik auf purpurroter Wand bietet unzähligen Spirituosen übersichtlich Platz. Dahinter liegt ein modulhaft konzipierter Gastraum, der mittels dezenter Vom großzügigen Treppenhaus hat man die Bar und den edel gestalteten Gastraum gut im Blick.Glasschiebeelemente vergrößert oder auf Wunsch auch verkleinert werden kann. Hier finden 260 Personen an den kleinen, flexibel zu arrangierenden Tischen in Goldoptik Platz. Die in königsblau gehaltenen Wände werden durch Fenster, weitere Ausschnitte von Tiepologemälden und modern nachempfundene Kronleuchter, die das Licht kaskadenhaft von der Decke auf die Tische fallen lassen, unterbrochen. Hier sind die neuen Pächter Michael Berghammer und Ralf Barthelmes zusammen mit Küchenchef Mike Schulze und dem gesamten Team bestrebt, fränkische Bodenständigkeit und Raffinesse genussvoll miteinander zu verbinden.

Die wunderschön gestaltete Speisekarte verlockt zu beispielhaften Genüssen: „Gegrillter Salzlakenkäse im Panchettamantel an feinen Salaten und Knoblauchcrostini“ zur Vorspeise, ein krosses Filet vom Frankenzander mit süß-sauren Linsen und Kürbis- Kartoffelpüree zum Hauptgang und eine Schnitte von Schokolade und Milch an Aprikosenragout zum Dessert wollen das Bekenntnis zur gehobenen regionalen Küche klar in den Vordergrund stellen. Durch das großzügige Treppenhaus kann man vom Eingang aus zur Rechten auf der breiten Steintreppe in den Tagungsbereich empor schreiten. Hier finden in zwei unterschiedlichen Räumen bis zu 300 Tagungsgäste Platz. Den Tagungsbereich hat man, so der ausführende Architekt Roland Breunig, nur maßvoll modernisiert. Er ist heller und klarer geworden. Um Architektur und Interieur aufeinander abzustimmen, wurde erstmals für dieses umfangreiche Projekt sogar ein sogenanntes Designmanual entwickelt, das Leitlinien vorgibt, um einen ganzheitlichen und stimmigen Gesamteindruck beim Gast zu hinterlassen. Wenn dieser die Residenzgaststätten betritt, sich wohlfühlt und nach dem Speisen begeistert seiner Wege geht, ist das Konzept aufgegangen.

INFO: www.residenz-gaststaetten.de

Bildnachweis: Jendryssek

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