kunstvoll verlag Der Verlag hinter Leporello und Leporellino

Nachhaltig und intensiv leben

Der LOHAS-Lebensstil vereint bisherige Widersprüche

von Petra Jendryssek

Sie greifen mit gutem Gewissen ins Bioweinregal, zum Joghurt mit Zusatznutzen wie Milchkulturen für die Immunabwehr und Wurst kaufen sie bevorzugt vom regionalen Produzenten. Sie sind anspruchsvoll, legen großen Wert auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Lebens und achten auf ihre Gesundheit. Genuss ist bei ihnen nicht verpönt. Er gehört zu einem intensiven Leben dazu. In Nordamerika und Europa trifft diese Charakterisierung auf mittlerweile jeden dritten Menschen zu. In Deutschland hat jenes neue „grüne Denken“ bereits fast 30 Millionen Bürger erreicht. Trendforscher sind sich einig: Der neue Lebensstil von Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeit geprägt, wird sich zum Megatrend der nächsten Jahrzehnte auswachsen.

Marketingexperten haben dem Kind auch einen Namen gegeben: LOHAS (Lifestyle of Health und Sustainability) beginnt sich in allen Bereichen des täglichen Lebens Bahn zu brechen. Was Lohas -Anhänger verbindet, ist die Integration bisher als widersprüchlich angesehener Bedürfnisse wie Nachhaltigkeit und Genuss, Umweltorientierung und Design, Ethik und Luxus. Deutliches Zeugnis davon abgelegt haben in diesem Frühjahr die Bioweltleitmesse “Biofach” in Nürnberg und die Slow Food Messe in Stuttgart. Sie haben gezeigt, dass der Verbraucher wohl bereit ist, mehr Geld für gesunde und sauber wie fair produzierte Nahrung auszugeben.

Kritischere Verbraucher

Angesichts der zahlreichen Lebensmittelskandale in der Vergangenheit und vor dem Hintergrund der Knappheit von Energieressourcen sowie der Belastung der Umwelt hat eine Veränderung eingesetzt: Die “Geiz-ist-geil-Mentalität” verliert zunehmend an Attraktivität. Stattdessen orientiert sich der nun auch viel kritischere Verbraucher neu: Sein Augenmerk wird verstärkt darauf gerichtet, für sich und die Umwelt etwas zu tun, mit gutem Gewissen und im Hinblick auf die nachfolgende Generation. Damit beginnt sich eine Kultur der Bewusstwerdung und des Bewahrens Bahn zu brechen, die sich schon mit dem Wellnessgedanken Jahre zuvor angekündigt hat.

Der Griff zu wertbeständigen Waren, sei es im Kleinen beim Biomarkt oder im Großen bei der Auswahl der Einrichtung – legt offen: der Wunsch nach Qualität und Nachhaltigkeit gibt immer lauter den Ton an.

Bildnachweis: pixelio.de

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