Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Der Natur vertrauen
Zu schlechter Boden, zu wenig
Niederschlag, zu gefräßige
Gartenbewohner - vielen wird die
Lust auf den eigenen Nutzgarten
durch widrige Umstände vergällt.
Sie streichen die Segel, aus
der Traum von selbstgezogenen
Karotten und schmackhaften
Tomaten? Nein - nur die Herangehensweise
sollte überdacht
werden. Diese Erfahrung hat das
Künstlerpaar Elke Ungerbühler-
Havelka und Motron A. Havelka in
seinem weitläufigen Park auf dem
Erbachshof in Eisingen gemacht.
Im dritten Jahr bewirtschaften
sie ihren darin eingebetteten
Bauerngarten dadurch, dass sie
die Natur gewähren lassen nach
dem ganzheitlichen Prinzip der
Permakultur: Das von dem Australier
Bill Mollison abgeleitete
Wortpaar “dauerhafte Landwirtschaft”
verfolgt ein Ziel: ein besseres
Miteinander von Mensch
und Natur. Sie integriert die Kräfte
und Dynamiken in der Natur, anstatt
sie zu bekämpfen, indem sie
kultivierte Ökosysteme schafft.
Produktivität und Nachhaltigkeit
sind dabei zwei zentrale Kriterien.
Wer erfolgreich gärtnern
will, muss den Dreiklang “Nicht
umgraben, nicht düngen, nicht
gießen” befolgen, auch wenn es
schwer fällt, lächelt Elke Ungerbühler-
Havelka, die vom Ertrag
des letzten Jahres schwärmt und
über ihre ursprünglichen Bedenken
heute den Kopf schüttelt.
Geduld und Zutrauen zur Natur
sind gefordert, dann verhindert
großzügiges Abdecken des vorsichtig
bearbeiteten Bodens mit
Mulch dessen Austrocknen, ausgezupftes
und liegen gelassenes
Unkraut düngt den Boden auf natürliche
Weise. Wer beim Querbeet-
Anpflanzen die Sympathien
der Pflanzen füreinander berücksichtigt,
stärkt sie und vertreibt
lästige Schädlinge. Kurzum, die
Natur hilft sich selbst, wenn man
sie gewähren lässt, man schont
seine Kräfte und kann sich über
eine üppige Ernte freuen.




