Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Blumig
Gerade erst hat die alte Dame in
ihrem Wohnstift Frühlingsblumen
eingepflanzt, freut sich
am Ausblick in die erwachende
Natur. Es geht zwar nicht mehr
so schnell, aber mit ihren knapp
90 Jahren ist Katharina Zwicker
noch ganz schön rüstig, vor allem
geistig. Darauf kann sie stolz sein,
denn im April bekommt sie im
italienischen Saló einen europäischen
Preis für ihre Lyrik verliehen,
für Gedichte, Vergils Eklogen
nachempfunden, mit dem Titel
„Wanderstab“.
Eines davon passt gut zur Zeit
des Aufbruchs im Frühling:
Morgens eine Stunde vor dem Tag geht der Herr zum Gespräch durch die Gärten die Felder, den Wald Steh auf geh hinaus dann hörst du ihn bald.
Katharina Zwicker hat schon immer die Natur geliebt, war eine leidenschaftliche Gärtnerin in ihrem Garten rund ums eigene Haus. In den 60-er Jahren fing sie an zu dichten, nachzulesen etwa in dem Bändchen „Ein Augenblick fasst die Erinnerung“, das ihre zweitälteste Tochter in Ott Natursteine ihrem Kunstschätze-Verlag in Gerchsheim herausgebracht hat. Einen Eindruck vermittelt das Gedicht an der Randspalte. Solche Gedichte werden zum Frühlingsauftakt die Ausstellung mit Gemälden ihrer Schwiegertochter Hanna Reissinger im Rathaus Castell (9.-15. Mai) begleiten. „100 Blütenblätter“ ist sie betitelt und führt romantische, oft zart verschwebende Porträts von blühenden Pflanzenschönheiten wie Tulpe, Iris oder Päonie vor. Die Künstlerin ist berufen für solche Themen: Nach dem Kunststudium in München und Lehrtätigkeit in Würzburg und Höchberg ließ sie sich im Botanischen Garten ausbilden und ist nun freischaffend als Malerin und Gartengestalterin tätig.
INFO:
Eröffnung
der ungewöhnlichen Kombination
von Lyrik- und Bild-Blättern
ist am 8. Mai um 17 Uhr.





