Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
In bester Wasserlage
Überall entlang des Mains wurden
im vergangenen Jahrzehnt
brachliegende Hafenareale
und Flussländen wiederentdeckt:
Viele Städte erkannten in ihrer
Lage am Fluss neue zukunftsweisende
Entwicklungschancen;
Uferpromenaden wurden angelegt,
historische Speichergebäude
erhielten öffentliche, meist kulturelle
Nutzungen und regelmäßige
Events locken alljährlich große
Besuchermengen an den Main.
Bei den umgestalteten und
neu genutzten Arealen handelt es
sich nicht selten um historische
Gewerbegebiete, vor allem um
Häfen und Länden aus der Zeit
einer blühenden Mainschifffahrt
zwischen dem späten 18. und
dem frühen 20. Jahrhundert. Die
zwangsläufig in bester Wasserlage
stehenden Überreste der
damaligen Verkehrs- und Transportlogistik,
wie Ladekräne, Speicherbauten
oder Hafenbecken,
gelten heute als erhaltenswerte
Industriedenkmäler. Eines der
bedeutendsten Denkmäler dieser
Art befindet sich in Marktsteft:
Unverändert blieb hier das älteste
Hafenbecken Bayerns erhalten.
Für das Museum für Stadtund
Familiengeschichte Marktsteft
war dieser Hafen Anlass, um
in einer Kooperation mit dem
Lehrstuhl für Europäische Ethnologie
/Volkskunde der Universität
Würzburg eine Wanderausstellung
zu erstellen, die bis 31.
Oktober in den Marktstefter Museumsräumen
zu sehen ist und
dann in Hafenorten entlang des
Mains gezeigt werden soll. Die
Ausstellung fragt nach der Entstehung
der Flusshäfen und nach
der Rolle, die sie zu Blütezeiten
für die städtische Entwicklung
spielten. Sie zeigt das Treiben in
den Hafenvierteln, die Schiffe an
den Anlegestellen, die Waren und
Passagiere, die von Bord gingen
oder verladen wurden, aber auch
die Menschen, die von und mit
der Flussschifffahrt lebten.
Ein
Schwerpunkt der Ausstellung
liegt auf dem Strukturwandel
hin zur aktuellen Mainschifffahrt,
der mit dem Niedergang
vieler kleinerer Häfen verbunden
war und so die Industriebrachen
schuf, in die heute wieder
neues Leben einzieht. Mit Unterstützung
engagierter Studierender
und dem Know-How des
Ausstellungsbüros FranKonzept
entstand eine Wanderausstellung,
die neben Texten, Bildern
und Exponaten auch Klang- und
Videoinstallationen zeigt und
sich so ihrem Thema auf eine
abwechslungsreiche und überraschende
Weise nähert.




