Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Ich will Spaß...
Ihre Kunst ist eingebettet in den
öffentlichen Raum: Seit sieben
Jahre sorgt Manou Wahler
- zunächst in Südafrika, später in
Würzburg - für bunte Farbtupfer
inmitten von langweiligem Straßengrau.
Dafür wurde die 30Jährige
nun mit dem „Preis für Junge
Kultur“ ausgezeichnet.
Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro investiert die Street-Art-Künstlerin in den Verein „Kunst im öffentlichen Raum“ (KöR), den sie im Februar gegründet hat. Kitsch und Kommerz, diese beiden Fährnisse der Kunst, weiß Manou Wahler mit ihrer unprovokativen Street-Art geschickt zu umschiffen.
Zwar „ruft“ manches Betongrau geradezu nach der Farbe Pink - am besten noch mit Blümchen verziert. Doch diese Art von „Kitsch“ dient einzig der Ironisierung. Noch strikter ist die Kulturethnologin, wenn es um den Punkt „Kommerz“ geht: Mit ihrer Street-Art möchte „Miss Manou“ nichts verdienen. Verdienen geht freilich auch schlecht mit einer Kunst, die anonym bleibt.
Ob Papier- oder textile „Knitting“- Arbeiten, Manous Objekte in der großen „Galerie Straße“ weisen nicht auf ihre Urheberin hin: „Das unterscheidet Street-Art von Graffiti.“ Selbst mit dem von ihr gegründeten Design- und Kunstladen „Herr Pfeffer“, in dem Manou seit zwei Jahren mit ihrer Partnerin Jule Bruns ökologische Gaderoanimalischebe, selbst gewerkte Kissen und Kunstobjekte verkauft, verdient sie keinen Cent.
„Der Laden ist auch kein Laden, sondern eine Plattform“, erläutert die Street-Artistin. Wer hier ausstellt, teilt sich in die Miete und vermacht „Herrn Pfeffer“ eine kleine Provision, die in Werbematerial oder Aktionen fließt. „Herr Pfeffer“ wird auch Zentrale der nächsten KöR-Aktion sein. Manou und ihre Vereinskolleginnen und -kollegen möchten die Stadt durch eine „Guerilla Knitting Aktion“ verschönen: „Wer Wolle abzugeben hat, kann dies bei ‚Herrn Pfeffer' tun.“ Grundverschiedene Künstlerinnen und Künstler hat Manou in dem Verein, dem sie seit kurzem vorsitzt, versammelt.
Im derzeit 15köpfigen „Künstlerischen Beirat“ sind Fotografen, Skulpturkünstlerinnen, Designer, Grafikerinnen und Street-Artistinnen aktiv. Herzlich willkommen wären des Weiteren Tänzerinnen und Theaterkünstler - und alle anderen, die sich kreativ im öffentlichen Raum betätigen mögen. Eine Botschaft hat Manou mit ihrer Kunst nicht in die Welt hinauszutragen. „Ich will Spaß in die Straße bringen“, sagt sie.
Und jenes Stück Erde mikrokosmisch verändern, auf das sie Einfluss hat. Als Weltverändererin sieht sie sich nicht. Auch wenn sie manches auf der Welt gern anders haben würde.




