kunstvoll verlag Der Verlag hinter Leporello und Leporellino

Auf ewig vereint

Zum 30jährigen Bestehen zeigt die Galerie beim Roten Turm Glasfusingobjekte

von Wilma Wolf (erschienen in Ausgabe 4/2011)

Waltraut und Dietrich Jänicke haben ihren Traum von der eigenen Galerie vor 30 Jahren Wirklichkeit werden lassen.

Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung feiert die Galerie beim Roten Turm in Sommerhausen ihr 30jähriges Bestehen. Die Glas-Metall-Skulpturen des Künstlerpaares Marion und Uwe Hempel aus Dresden begeisterten bereits bei der Ausstellungseröffnung die Besucher. Mit der sogenannten Glasfusing-Technik werden Glas und Metall für die Ewigkeit vereint und halten so auch den Witterungseinflüssen im Grünen stand. Um den Traum von der eigenen Galerie wahr werden zu lassen, haben Waltraut und Dietrich Jänicke 1972 in der Rathausgasse unterhalb des Roten Turmes ein abbruchreifes Haus gekauft und mit viel Liebe und Sorgfalt zu einem kulturhistorischen Kleinod restauriert. Teile des für damalige Zeiten herrschaftlichen Anwesens gehen nachweislich auf das Jahr 1625 zurück.

Am 28. März 1981 öffnete die Galerie beim Roten Turm ihre Pforten. Ein wenig Magenschmerzen hatte Waltraut Jänicke damals schon. Aber ganz umsonst. Denn schon die Vernissage wurde ein voller Erfolg, die erste Ausstellung einer Keramikerin und einer Batikerin in der ehemaligen Kelterhalle ebenfalls. Wenige Jahre später kam zur Kelterhalle ein Nebenraum dazu, der eigentlich die Keramikwerkstatt des Hausherrn werden sollte. Doch wegen Zeitmangels hat er diesen Wunsch schnell begraben und mit ihm auch einige seiner Objekte im Keller des Gebäudes. Ende der achtziger Jahre eröffneten die beiden ihr Glaskabinett. Schließlich wurde noch der Weinkeller aus dem Jahr 1625 renoviert und als „Keramikkeller“ eingerichtet. Im allseits von Mauern umschlossenen Galeriegarten werden heute in der wärmeren Jahreszeit Brunnen und Skulpturen ausgestellt.

Im Laufe der Zeit entstand so eine der größten und schönsten Galerien ihrer Art in Deutschland mit einer Ausstellungsfläche von rund 200 Quadratmetern. Namhafte und bekannte Künstler aller Kontinente haben hier ihre Werke gezeigt. Zu Glas und Keramik kamen Arbeiten aus Holz, Bronze und Papier. Bilder, vorwiegend Grafiken, ergänzten die jeweiligen Ausstellungen. Heute, nach dreißig Jahren, zählt die Galerie zu den wenigen damals in Deutschland entstandenen, die trotz stürmischer Zeiten in dieser Branche immer noch bestehen. Das Geheimnis des Erfolges steckt wohl in der Liebe zu den schönen Dingen und der bunten Vielfalt der ausgestellten Objekte.

INFO: Bis 13. Juni, Mittwoch bis Sonntag 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.
Nähere Informationen unter 09333.489 oder www.galerie-beim-roten-turm.de.

Bildnachweis: Wolf

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