Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Qualität in Quantität
Sein herausragendes und vielseitiges künstlerisches Engagement, das über die Grenzen Würzburgs hinaus wirkt, würdigte die Stadt Würzburg vor wenigen Tagen mit der Übergabe des Würzburger Kulturpreises. Leporello hat sich mit dem Künstler Herbert Mehler unterhalten.
Herr Mehler, wie sind Sie zur Kunst gekommen? Ich bin als Sohn eines Herrgottschnitzers groß geworden. Von Kindesbeinen an stand ich in der Werkstatt meines Vaters, habe gebastelt, viel gezeichnet und später auch geschnitzt. Um meinen eigenen Ausdruck zu finden, habe ich dann Malerei auf der Akademie in Nürnberg studiert.
Wer waren ihre Vorbilder? Zum einen die Expressionisten, die mich als jungen Mann mit ihrem melancholischen Ausdruck angezogen haben und zum anderen Josef Beuys, weil er über die Grenzen des Bestehenden gegangen ist.
Wie hat die Kunst Ihr Leben verändert? Die Kunst hat mich mein ganzes Leben lang gelenkt und hatte immer Priorität, so dass auch private Beziehungen darunter litten. Wenn man ohne Kompromisse einen Weg einschlägt, kann es sein, dass man sehr einsam wird. Ich hatte über zehn Jahre keine Galerie und in dieser Zeit verkaufte ich nur eine Arbeit. Das kann in finanzielle Engpässe führen. Mein Brotberuf als Kunsterziehen hat mir jedoch diesen Weg erlaubt. In den 90er Jahren kamen gesundheitliche Probleme zu und ich habe den Schuldienst quittiert, habe alles auf eine Karte gesetzt und mich fortan nur noch der Kunst gewidmet.
Wann kam dann der Durchbruch? Es hat vier Jahre gedauert, Anfang 2003 hatte ich die Idee zu den konvexen und konkaven Skulpturen geboren und dann musste ich in den saueren Apfel beißen und die Idee ausführen. Dass es so schwer werden würde, hatte ich nicht gedacht. 2004 bin ich dann einfach mit einer meiner Kugeln unter dem Arm zu einem Galeristen nach Berlin gegangen und habe ihm meine Arbeiten vorgestellt. Wenig später hatte ich meine erste Ausstellungsbeteiligung und letztes Jahr war ich erstmals mit meinen Arbeiten auf der Art Karlsruhe präsent.
Haben Sie ein Rezept für den Erfolg? Arbeit, harte Arbeit und sich immer treu bleiben. Es reicht nicht aus, Qualität zu liefern, man muss auch Qualität in Quantität liefern können, damit man seine Arbeiten breiter streuen kann, um aufzufallen.
Wie vermarktet man sich am besten als Künstler? Grundvoraussetzung ist die eigene Arbeit. Man muss eine unverwechselbare, klare und eigenständige Sprache sprechen. Wichtig ist, dass man 100-prozentig von sich überzeugt ist und mit dieser Gelassenheit auftreten kann. Es hat keinen Sinn, einmal pro Jahr in einer Galerie vorbeizuschauen, man muss immer am Ball bleiben und Kontakte pflegen. Auf kleinen Fall sollte man sich bittstellerisch anbiedern und man muss Geduld haben. Wie sehen ihre Zukunftspläne aus? Zunächst habe ich im Januar eine Ausstellung im Würzburger Spitäle. Meine Berliner Galerie hat Kontakt nach Korea geknüpft und Ende Februar bin ich wieder auf der Art Karlsruhe dabei. Darüber hinaus gibt es noch eine Skulpturenausstellung im Schlosspark von Faber-Castell in Nürnberg. Der Rest wird sich finden.
Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!




