Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Neu erzählt
Fast ein Jahr nach dem Ende
der Großausstellung „Königstraum
und Massenware. 300 Jahre
europäisches Porzellan“ steht
das Porzellanikon Hohenberg a.
d. Eger - Deutsches Porzellanmuseum
stolz am Neubeginn des
Hauses.
Am 24. November eröffnete man dort die überarbeitete Dauerausstellung „Vom Barock zum Art Déco“, die mit geändertem innenarchitektonischen Konzept und der aktualisierten Präsentation einer Sammlung, die Geschichte des Porzellans in deutschsprachigen Ländern neu erzählt. „Ganz bewusst“, so der langjährige Direktor des Hauses, Wilhelm Siemen, „haben wir darauf gesetzt, die moderne Diktion der Sonderausstellung übernehmen zu können.
Der lichte, leichte Charakter der Gründerzeit-Villa wie des Anbaus aus den 90er Jahren wird damit unterstrichen.“ Großformatige, hinterleuchtete Bildwände „führen dabei den Kontext des Dargestellten lebendig vor Augen“, so Siemen. So finden sich etwa beim Thema Dekore des 18. Jahrhunderts ins Riesenhafte vergrößerte Details. Während das Rokoko beispielsweise, bekannt für seine prächtigen Feste bei Hofe, durch die ebenfalls drei mal vier Meter große Darstellung eines venezianischen Balles illustriert wird.
Ergänzt werden diese durch reale Inszenierungen, die die beispielhaften Porzellane in zeittypische Zusammenhänge stellen. Erläuternde Texte dazu finden sich auf übersichtlichen Glasträgern. Der historische Bogen des Porzellans beginnt nun folgerichtig für Europa und ausgehend von Deutschland im Barock. Dem vorgeschaltet wurden einige erlesene Originale aus dem Beispiel gebenden China.
Die Adaption des exotischen Vorbildes, aber auch dessen Überwindung zeigen kostbare Stücke der Barockzeit. Denn nachdem das Geheimnis der Massezusammensetzung gelüftet war, entwickelte man geradezu fieberhaft eigene Dekore und Dekortechniken für den europäischen Markt.
Dass ein Gesamtkunstwerk wie das gezeigte „Schwanenservice“ etwa schon 1737 produziert werden konnte, zeigt die Gestaltungskraft und den Ehrgeiz der deutschen Porzellanmanufakturen. Auf nunmehr 1800qm präsentiert sich die Erfolgsgeschichte eines Werkstoffs, der zugleich die wechselvolle Geschichte Europas in den letzten 300 Jahren beredt abbildet.
Das Porzellanikon erzählt diese anhand annähernd 1000 neu ausgesuchter, oftmals überraschender Stücke und die einzelnen Epochen anhand zeittypischer Themen. Keiner der großen Namen, keine der namhaften Manufakturen fehlt.
INFO: Porzellanikon Hohenberg, Schirndinger Straße 48, 95691 Hohenberg a. d. Eger; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr




