Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Wagalaweia
Big trouble in Bayreuth. Da
kommt den Richard-Wagner-
Festspielen gut zwei Jahre vor den
großen Jubiläumsfeierlichkeiten
zum 200. Geburtstag Wagners
Wim Wenders abhanden. Denn
der hätte im Sommer 2013 den
Birthday-Ring inszenieren sollen
- also den vierteiligen „Ring des
Nibelungen“, das Zentrum allen
Wagnertums.
Katharina und Eva, die neuen Herrinnen auf dem Grünen Hügel, versprachen sich davon ein bisschen Hollywood, Wim'schen Tiefsinn und Wenders'sches Gefühl für große Bilder. WW's legendäre Langsamkeit wäre bei Wagner sowieso gegeben. Außerdem hätte natürlich auch der Stabreim Wim Wenders hervorragend zu Wagner, Wotan, Walküre und Wagalaweia gepasst. Doch leider schmiss Meister Wenders die Sache hin, über die Gründe wurde Stillschweigen vereinbart. Die Wagnerurenkelinnen haben nun ein echtes Problem.
Probleme hat auch die Universität Bayreuth. Stichworte: Dissertation, Plagiat, Guttenberg. Was das mit Richard Wagner zu tun hat? Oh, sehr viel. Denn der hatte ja alles schon vorausgesehen. Seine Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ handelt von nichts anderem als einem Ghostwriter und einem Plagiat samt fehlenden Fußnoten. Da ist Walther von Stolzing, ein junger Adeliger (!) aus dem Frankenland (!) nicht in der Lage, einen Love Song selbständig auf die Reihe zu bekommen und bedient sich der Hilfe eines Ghostwriters in Person des Schuhmachers Hans Sachs. Der so entstandene Text wiederum wird vom Stadtschreiber Sixtus Be c kme s s e r geklaut und als eigener ausgegeben, ohne Angabe der Quelle.
Was für ihn katastrophal endet. Soviel zu Wagners visionären Ideen. Übrigens ist es noch ein Gerücht, dass die Bayreuth-Chefinnen mittlerweile in der Nachbarschaft angefragt hätten, ob nicht ein arbeitsloser Ex-Politiker für den neuen „Ring“ wenigstens die „Götterdämmerung“ inszenieren könne.




