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Leonhard-Frank-Preis 2012

Das Mainfranken Theater Würzburg vergibt zum sechsten Mal den mit 4000 Euro dotierten Preis

von Pat Christ (erschienen in Ausgabe 12/2011)

Nach Herzenslust loslegen, ist nicht. Auch das Theater funktioniert nach bestimmten Regeln. Theaterautorinnen und Theaterautoren, Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure müssen sich beschränken oder nach bestimmten Regeln Schranken sprengen.

Inwieweit die Gesetze des Theaters Macht ausüben, wann und wodurch diese Macht gebrochen werden kann, will der Leonhard-Frank-Preis 2012 unter dem Motto „Macht Spiele!“ untersuchen.

In der Nachfolge Aristoteles konnten Theatermacher einst auf bestimmte formale und inhaltliche Vorgaben insistieren. Heute funktioniert dies nicht mehr. Der Bruch mit Traditionen, Verfremdungen und Unterwanderungen werden nachgerade erwartet. Dennoch gibt es Spielregeln, die darüber entscheiden, ob der oder das, was auf die Bühne will, scheitert oder reüssiert.

Wie kommen Theaterautoren mit Einschränkungen zurecht? Erleben sie diese als Beschneidung? Oder werden sie dadurch gar bereichert? Beim sechsten Leonhard-Frank-Wettbewerb sind junge Dramatiker aufgefordert, dies erfahrbar zu machen, indem sie die Machtspiele ihrer Figur im Stück formal selbst beschränken.

Der vom Mainfranken Theater mit der Leonhard-Frank-Gesellschaft vergebene, mit 4.000 Euro dotierte Literaturpreis erinnert an einen Schriftsteller, der aufgrund der Machtverhältnisse seiner Zeit ein alles andere als komfortables Leben führte.

1933 wurde Leonhard Frank wegen seiner Kriegskritik in „Der Mensch ist gut“ ausgebürgert und emigrierte zunächst in die Schweiz, später in die Vereinigten Staaten. Öffentliche Anerkennung blieb ihm lange nach seiner Rückkehr versagt.

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