Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Couragierte Theaterarbeit
Bernhard Stengele ist stolz wie
Oscar. Ein blödes Wortspiel,
das eigentlich gar nicht geht. Das
Vater jetzt einfach einmal stehenbleiben
soll. Denn der Schauspieldirektor
des Würzburger
Mainfrankentheaters darf ja mit
vollstem Recht stolz, erfreut und
geehrt sein. Auch wenn der Sonderpreis
der Bayerischen Theatertage
2011 nicht „der Oscar“
ist, eine tolle und unerwartete
Auszeichnung war und ist er allemal.
Für das Mainfrankentheater, für das Schauspielensemble und für Stengele, der das Würzburger Schauspiel mit Verve, Phantasie und ungewöhnlichen Ideen in den letzten Jahren wirklich vorangebracht hat. Das muss man so sagen, auch wenn sein Stil und seine Ideen sehr individuell sind und manches außen vor und links liegen lassen, was man im Theater durchaus auch wieder einmal sehen und erleben möchte. Aber besser, ein Schauspieldirektor prägt „seine Zeit“, als dass er kein Profil erkennen ließe. Und das tut Bernhard Stengele sicher, und das hat auch die Jury der diesjährigen Bayerischen Theatertage im Frühsommer in Bamberg erkannt und gewürdigt.
Denn es ging nicht nur der Jugendtheaterpreis für die Klassenzimmerproduktion „Erste Stunde“ nach Würzburg, sondern eben auch ein „Sonderpreis für couragierte Theaterarbeit“. Der wurde von der Jury zum ersten Mal vergeben und ist mit 3000 Euro der höchstdotierte Preis der Theatertage insgesamt.
Das Mainfrankentheater Würzburg scheue sich nicht, bei den Theatertagen mit durchaus unbequemen Thematiken anzureißen und diese auch in seinem Spielplan zu verankern, heißt es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Theatertage. Das Würzburger Theater hatte neben der Jugendtheaterproduktion zwei Inszenierungen in Bamberg gezeigt: „In Schrebers Garten“, ein Stück von Klaas Huizing, das Bernhard Stengele als Uraufführung auf die Bühne gebracht hat - und den vieldiskutierten „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist in der Regie von Angelika Zacek.
Bernhard Stengele selbst sieht die Preise, vor allem den ungewöhnlichen Sonderpreis, als „extrem gute Bestärkung“ für die zukünftigen Projekte des Schauspielensembles in Würzburg.




