Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Degenkämpfe & Zeitmaschinen
Wie verbringt man einen
lauen Sommerabend oder
Sommertag in und um Würzburg
am schönsten? Eine Möglichkeit
ist der Besuch einer Freilichtbühne.
Im Würzburger Efeuhof spielt
das Theater Ensemble noch bis
zum 25. Juli (Sa/So, jeweils 15 Uhr)
für die kleinen Zuschauer „Eine
Woche voller Samstage“, den Kinderstückklassiker
von Paul Maar.
Ab Mitte August folgt für die größeren
Zuschauer die Komödie „Es
war die Lerche….“ von Ephraim
Kishon. Was wäre geschehen,
wenn Julia und Romeo nicht ihren
tragischen Tod gefunden hätten
und die beiden 29 Jahre später
noch in Verona lebten? Genau
diese Geschichte erzählt Kishon
in seiner Satire und selbst das
bekannteste Liebespaar der Weltgeschichte
bleibt nicht von den
täglichen Streitereien des Ehealltags
verschont…
An der zweiten
Sommerspielstätte des Theater
Ensembles, der Sommerbühne
im Grünen, gelangen in diesem
Jahr Bertolt Brechts Erstlingswerk
„Baal“ und William Shakespeares
Komödie „Was Ihr Wollt“ zur
Aufführung. Während Baal raus
aus der Gesellschaft will und mit
seinem Dichterfreund Ekart auf
der Straße und in Kneipen lebt,
lebenshungrig und voller Sehnsucht,
werden bei „Was Ihr Wollt“
durch einen Schiffbruch Viola
von ihrem Zwillingsbruder Sebastian,
der ihr täuschend ähnlich
sieht, getrennt. Um Gefahren zu
entgehen, kleidet sie sich in Männertracht
und nimmt unter dem
Namen Cesario Dienste bei dem
Herzog Orsino von Illyrien… Falls
das Wetter doch einmal nicht so
schön sein sollte, bieten das Würzburger
Theater Chambinzky und
Werkstattbühne ein Sommerprogramm
im Innern ihrer Häusern
an. „Sextett“, eine Komödie
von Michael Pertwee, steht noch
bis Mitte August auf dem Chambinzky-
Spielplan. Die Komödie
erzählt eine verrückte
Geschichte
von sechs Personen, die sich auf
einer Yacht zusammengefunden
haben, um vor der französischen
Mittelmeerküste den englischen
Alltag zu vergessen und den Versuch
eines gemeinsamen Urlaubs
zu starten...was natürlich mit
allerlei Verwicklungen und Komplikationen
verbunden ist. In der
Werkstattbühne heißt es bei der
Dadaismus-Revue „Siehe: DaDa“
noch bis Ende Juli „1 Dadabend
= Chaos + 7 Erdumdrehungen +
Tandaradei!“.
Bei den Freilichtspielen
Schwäbisch Hall auf der großen
Freitreppe und im Haller Globe
Theatre steht in dieser Saison der
Musicalklassiker „My Fair Lady“
auf dem Programm. Jeder kennt
sie, die Geschichte des Blumenmädchens
Eliza Doolittle und des
Sprachprofessors Henry Higgins:
Für ein wissenschaftliches Experiment
nimmt der exzentrische
Professor die ungebildete Eliza
unter seine Fittiche. Lieder wie
„Ich hätt getanzt heut‘ Nacht“,
„Es grünt so grün“ sind Welt-
Evergreens geworden, die Verfilmung
von 1964 mit Audrey Hepburn
ein unvergessener Klassiker.
Es folgt Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“
– die Komödie
um ein Gruppe Handwerker, Feen,
Faune, Elfen und Eselköpfe ist
verträumt, bunt, munter, kurzweilig,
witzig, ein bisschen frech,
hintergründig, handfest und voller
Spielfreude. Tragischer geht es
bei „Der Besuch der alten Dame“
zu. Die tragische Komödie von
Friedrich Dürrenmatt erzählt
die Geschichte der kleinen Stadt
Güllen, die unter akutem Finanznotstand
leidet. Aber das ist nun
auch gar nicht mehr so wichtig,
denn Claire Zachanassian, die
weltberühmte Milliardärin und
berühmteste Tochter der Stadt,
hat ihren Besuch angekündigt.
Der Inhaber eines Krämerladens,
Ill, ihr damaliger Liebhaber, hat
die Aufgabe, die reiche Dame zu
einer finanziellen Unterstützung
zu überreden… Im „Haller Globe
Theatre“ heißt es hingegen
mit William Shakespeare „Wie es
Euch gefällt“ - seit Herzog Frederick
seinen älteren Bruder, den
rechtmäßigen Herrscher, in den
Ardenner Wald vertrieben hat,
herrschen am Hof Eigennutz,
Selbstsucht und Ungerechtigkeit,
während im Wald die adligen
Tugenden gepflegt werden. Hier
wird philosophiert, hier finden
sich die Liebespaare, findet man
Seelenfrieden und das „kleine
Glück“… Die Calderón-Spiele
des Bamberger Theaters zeigen
der zweiten Julihälfte „Die drei
Musketiere“. Die Inszenierung in
der Alten Hofhaltung bietet alles
auf, was ein großes Mantel-und-
Degen-Drama braucht: barocken
Prunk und hinterhältige Intrigen,
klirrende Degen und atemberaubende
Bühnenkämpfe, geheimnisumwitterte
Frauen und gefährliche
Leidenschaften. „Einer
für alle, alle für einen“ heißt es,
wenn der junge D’Artagnan und
seine drei Freunde gegen den
zwielichtigen Kardinal Richelieu
antreten, der die Macht in Frankreich
an sich reißen will. Das
Freilandtheater Bad Windsheim
zeigt das Familienstück „Der
Zeitmechaniker“. Erzählt wird
eine spannende Geschichte um
zwei Zeitreisende aus dem 18.
Jahrhundert, die sich unversehens
im Jahr 1963 wieder finden.
Der junge Freiherr Alexander
von Aisch und die Bäckerstochter
Cordula Strifler sind durch
ein missglücktes Experiment aus
dem Jahr 1780 fast zweihundert
Jahre durch die Zeit katapultiert
worden — und finden sich in
einer Telefonzelle wieder… Das
Maintal-Theater bietet auf der
schwimmenden Bühne im Main
in Laudenbach die himmlische
Musicalkomödie „Non(n)sens“
dar - fünf Nonnen zeigen ihre
mitreißende Show auf der Flussbühne,
um mit einem Wohltätigkeitsabend
das Begräbnis ihrer
Mitschwestern zu finanzieren…
Nicht auf einem Fluss, dafür
aber im „Englischen Garten“ von
Meiningen zeigt das Meininger
Theater in diesem Jahr zwei Freilichtproduktionen.
Zum einen
ist dies Shakespeares „Sommernachtstraum“,
zum anderen die
Operette „Der Vogelhändler“ von
Carl Zeller. Das heitere Verwirrspiel
um Liebe, Eifersucht und
Bestechlichkeit spielt im Rheinland,
bringt aber mit dem Vogelhändler
Adam aus Tirol alpenländische
Folklore auf die Bühne.
Zellers Melodien wie "Grüß` euch
Gott, alle miteinander", "Ich
bin die Christel von der Post"
oder "Schenkt man sich Rosen
in Tirol" sind wahre Klassiker geworden.
Schließlich beschließen
wir unsere Freilichttournee in
Giebelstadt. An drei Wochenenden
Ende Juli heißt es bei den
Florian-Geyer-Spielen wieder
„Willkommen im Bauernkrieg!
- Wer muckt, der stirbt!“ Florian
Geyer, der Rebell und Ritter aus
Giebelstadt verschreibt sich der
Sache der Bauern. Er setzt sich
im Bauernkrieg an ihre Spitze
und scheitert mit ihnen in der
blutigen Auseinandersetzung mit
dem Feudalstand. Die Ruine des
Geyer Stammschlosses bildet für
die Freilichtspiele eine beeindruckende
Kulisse für das aktionsreiche
dramatische Geschehen.
INFO:
www.theater-ensemble.net, www.chambinzky.com, www.werkstattbuehne.
com, www.freilichtspiele-hall.de,
www.theater-bamberg.de, www.freilandtheater.de, www.maintal-theater.de, www.das-meininger-theater.de,
www.florian-geyer-spiele.de



