Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Kultur schätzen lernen
„Ein Theater ist ein Unternehmen,
das Abendunterhaltung
verkauft”, bringt es Bert Brecht auf
den Punkt. Der bekannte Dramatiker
erfasst jedoch nur eine Seite
der Medaille. Denn gerade hierzulande
wird die „Freiheit der freien
Szene“ ebenso gefeiert, wie mit
den Schauspielern auf „Spiel Satz
und volles Risiko“ gegangen. „Brauchen
wir überhaupt Theater?“ Im
Rahmen der ersten Kinder- und
Jugendtheatertage Mainfranken,
die vom 14. bis 17.
Oktober in der
Spessartgrotte Langenprozelten
stattfinden, will Initiatorin und
Theaterleiterin Helga Hartmann
gemeinsam mit Experten der Szene
und natürlich auch den Zuschauern
dieser These auf den Grund
gehen. Am 17. Oktober bittet sie
um 11 Uhr in ihr Theaterhaus,
um unter anderem mit Leporello-
Chefredakteurin Susanna Khoury,
Bezirksheimatpfleger Professor Dr.
Klaus Reder, Oberstudienrätin Rosi
Weigert vom Mädchenbildungswerk
Gemünden, Eberhard Sinner,
Landtagsabgeordneter der CSU,
Antonia Tretter, Studentin der Theaterwissenschaften
sowie Kindern
und Jugendlichen eine spannende
Debatte über eine der Kultureinrichtungen
schlechthin zu führen.
Hartmann betont: „Theater ist ein
grundlegender Bestandteil unserer
Kultur. Kinder und Jugendliche
sollten damit so früh wie möglich in
Kontakt gebracht werden, um dadurch
den Wert und die Bedeutung
von Kunst und Kultur schätzen zu
lernen.“ Wie wichtig diese Arbeit für
und mit jungen Menschen ist, sei
vor allem in den vergangenen Jahren
immer offensichtlicher geworden.
Denn auch in einer ländlich
strukturierten Region fände die
Zunahme von Gewalt, Mobbing,
emotionaler Verarmung und sozialer
Einsamkeit und Gleichgültigkeit
statt. Genau da könne Kinderund
Jugendtheater ansetzen. Es
ermutige Kinder und Jugendliche
zu nachdenklichen, kreativen,
mutigen und forschenden Fragestellungen
an das Leben, befähige
neue Lösungen zu sehen, und
last but not least fördere Theater,
die eigene kreative Fähigkeit zu
entdecken und Kultur mitzugestalten.
Helga Hartmann und ihr
Team setzen mit den ersten Kinder-
und Jugendtheatertagen genau
hier an. Die künftig jährlich
stattfindende Reihe soll ein Forum
für Theatergruppen bieten, so
die Kulturschaffende weiter. Aber
auch Anreize schaffen Schulen
und Theater zusammenzubringen.
„Yes, we can!“, hat Hermann
Schneider, Intendant des Mainfranken
Theaters, im Gespräch
mit Leporello einmal optimistisch
in die Runde geworfen und damit
Brechts nüchternen Gedanken einen
ordentlichen Schub verpasst.
Also, packen wir’s an!
INFO: „Brauchen wir überhaupt Theater?“: Podiumsdiskussion am 17. Oktober um 11 Uhr in der Spessartgrotte in Gemünden/Langenprozelten




