kunstvoll verlag Der Verlag hinter Leporello und Leporellino

Klamauk vor romantischer Kulisse

Das Landestheater Dinkelsbühl bringt die Zuschauer beschwingt vom Herbst ins Frühjahr

von Nicole Oppelt (erschienen in Ausgabe 10/2011)

Das Erfolgsrezept des Schwankes von Brandon Thomas: Unschlagbare Situationskomik und ordentlich Tempo. „Charleys Tante“ wurde in 28 Sprachen übersetzt und in 70 Ländern gespielt.Den 60er Jahre Hit „Charleys Tante“ mit Peter Alexander kennt wohl heute noch fast jedes Kind. Unvergessen die Szenen, in denen ein Herr in Frauenkleidern für turbulente und nicht selten haarscharfe Momente sorgt.

Das Landestheater Dinkelsbühl legt die Geschichte rund um die beiden verliebten Studenten Freddy und Charley, deren Freund Conny kurzerhand die reiche Tante aus Brasilien spielt, ab dem 17. Oktober im Theater im Spitalhof neu auf.

Unter der Regie von Peter Cahn wird die beliebte Kette an Verwechslungen, Notlügen und geistigen Purzelbäumen, die erstmals am 29. Februar 1892 im Theatre Royal, Bury St. Edmunds, zur Aufführung kam, ins 21. Jahrhundert katapultiert. Auch im Frühjahr 2012 setzt sich die Zeitreise fort.

Nachdem die Sommerfestspiele am 13. Mai mit der Premiere der „kleinen Hexe“ eingeläutet wurden, geht es in der romantischen Kulisse der überdachten Freilichtbühne im Garten am Wehrgang turbulent weiter. „Im weißen Rössel“ von Ralf Benatzky steht ab 6. Juni auf dem Spielplan. Doch haben es die Zuschauer wirklich mit einer Neuauflage der „berühmt-berüchtigten“ Heimatfilme zu tun?

Weit gefehlt. Das „Weiße Rössl“ kommt jetzt alles andere als bieder daher. Am Wolfgangsee herrscht mitten in der Hochsaison buntes Treiben. Doch nicht nur die Touristen sorgen für Stimmung. Auch die Herzesverwirrungen der Angestellten sind nicht von schlechten Eltern: Vergeblich, aber umso heißblütiger liebt der Zahlkellner Leopold seine Chefin, die "Rössl"-Wirtin Josepha Vogelhuber. Die Angebetete hat jedoch ein Auge auf den langjährigen Berliner Stammgast Dr. Siedler geworfen. Dieser wiederum hat nur Augen für Ottilie, Tochter des cholerischen Fabrikanten Wilhelm Gieseke.

Aufgelöst wird das Durcheinander am Ende von Kaiser Franz-Josef, der ganz unaufgeregt feststellt: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“

Bildnachweis: Landestheater Dinkelsbühl

Anzeigen