Der Verlag hinter Leporello und Leporellino
Ein Theater mit Stadt...
Die Spielzeit 2011/2012 am Meininger Theater spannt den Bogen zwischen
früher und jetzt: 180 Jahre existiert nun diese bedeutende Bühne
schon.
Deshalb möchte man heuer besonders an den Gründer, den berühmten Theaterherzog Georg II., erinnern. Den Reisespielplan seiner renommierten Truppe, die in allen wichtigen Metropolen gastierte, prägte nämlich Shakespeare; er selbst schätzte Wagner.
So wird das völlig renovierte Große Haus nach dem umfangreichen Umbau am 9. und 10. Dezember wieder eröffnet mit Werken dieser beiden Autoren.
Shakespeares Komödie „Maß für Maß“ diente als Vorlage für Wagners frühe Oper „Das Liebesverbot“. Beide Stücke sind zur Eröffnung zu sehen und zu hören und stehen danach auf dem „normalen“ Spielplan. Der enthält wie zur Frühzeit des Theaters Werke von Kleist, Schiller und Goethe sowie Opern von Mozart und Verdi.
Von Meiningen aus, laut Gustav Mahler „eigentlich keine Stadt mit Theater, sondern ein Theater mit Stadt“, wurde damals das europäische Theater erneuert durch eine an Psychologie und Naturalismus orientierte Spielweise. Heute werden die alten Stoffe wieder anders realisiert, zu verfolgen in dieser Saison.
Los geht es erst einmal in den Kammerspielen am 9. September mit Mozarts „Hochzeit des Figaro“, dann folgt am 7. Oktober Kleists „Amphitryon“. Als Gastspiel des Eisenacher Theaters kommt am 13. Oktober „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’ Neill.
Mit „Ein Kranich im Schnee“ wird ab 22. November ein Märchenspiel für Jung und Alt geboten. „Ich glaub’, ne Dame werd’ ich nie“ ist ein Hildegard-Knef- Abend ab 24. November betitelt. Aber am 9. und 10. Dezember beginnt dann mit den erwähnten Shakespeare- und Wagner-Werken die lang erwartete Spielzeit im Großen Haus.
Auf dem Plan steht dort ab 6. Januar 2012 Schillers Tragödie „Die Jungfrau von Orleans“. Bei der „Csárdásfürstin“ von Kálmán erklingen ab 27. Januar wieder Operettenmelodien in dem stilvollen Gebäude von 1909. Eine Uraufführung, nämlich des Musicals „20 000 Meilen unter dem Meer“ nach Jules Verne, lässt ab 11. Februar Interessantes erwarten.
Für romantische Gemüter bietet das Ballett „Schwanensee“ von Tschaikowsky ab 24. Februar Stoff zum Träumen. Und Goethes „Iphigenie auf Tauris“ wird ab 23. März den Bedarf nach klassischer Bildung befriedigen.
Ergänzt wir dieses „hehre“ Stück am 24. März durch eine humorvolle, musikalisch umrahmte Untersuchung „Götter sind auch nur Menschen“. Große Oper findet wieder statt ab 20. April mit Verdis „Maskenball“. Aber auch die erfolgreiche Inszenierung von Wagners „Tannhäuser“ wird wieder aufgenommen am 4. März und gastiert am 23. September 2011, am 8. und 30. April sowie am 26. Mai auf der Wartburg, dem Schauplatz des Sängerkriegs.
Mit „Cabaret“ als Wiederaufnahme am 23. Dezember 2011 und „Hair“ am 1. Juni 2012 ist auch das Musical wieder fest im Großen Haus etabliert. Die bisher hoch gelobte Inszenierung des Kleistschen „Käthchen von Heilbronn“ (21. April) und die beliebte Operette „Der Vogelhändler“ (ab 11. Mai) sind ebenfalls wieder zu erleben.
Aufführungen in den Kammerspielen und das Puppentheater runden das vielfältige Angebot ab.
INFO: Karten unter Telefon 03693.451-222 oder 03693.451-137




